GUTARTIGE ERKRANKUNGEN

Proktologie

DIE PROKTOLOGIE

Die Proktologie beschäftigt sich generell mit sämtlichen Erkrankungen des Afterbereiches. Da diese Erkrankungen nach wie vor einen in der Gesellschaft tabuisierten Bereich betreffen, wird in unserer spezialisierten Sprechstunde bei der Erstuntersuchung und auch bei der weiteren Behandlung vor allem auf die Wahrung der Intimität großen Wert gelegt.

An unserer Abteilung werden sowohl gutartige Erkrankungen (Hämorrhoiden, Analfisteln, Analfissuren, Analthrombosen), als auch bösartige Erkrankungen des Afters, das Analkarzinom, behandelt. Ebenfalls  beschäftigen wir uns mit Funktionsstörungen des Schließmuskelapparates, die in weiterer Folge zu einer Stuhlinkontinenz führen, sowie mit der Behandlung des Mastdarmvorfalles (Rektumprolaps).

Hämorrhoiden
Das Hämorrhoidalleiden ist in der Bevölkerung die am meisten verbreitete proktologische Erkrankung. Es kommt dabei zu einer Vergrößerung der Hämorrhoidalpolster, die bis zu einem dauerhaften Vorfall der Hämorrhoidalknoten führen können. Es ist daher eine entsprechende stadiengerechte Therapie unbedingt notwendig.

Aus diesem Grund bieten wir an unserer Abteilung neben einer konservativen, medikamentösen Therapie die Gummibandligatur der Hämorrhoiden unter ambulanten Bedingungen an. Operativ kann in weiterer Folge die Hämorrhoidenarterienligatur (HAL), meist in Kombination mit einem rekto-analen Repair (RAR), sowie resezierende Verfahren, wie die Hämorrhoidektomie nach Milligan-Morgan oder eine Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo notwendig werden. Dies muss individuell je nach Ausprägung der Erkrankung mit dem Patienten entschieden werden.

Analfistel
Relativ häufig kommen im Afterbereich Abszesse und in weiterer Folge Fisteln vor, die unbehandelt eine deutliche Reduktion der Lebensqualität der Patienten bedeuten. Vor allem ein immer wieder kehrendes Nässen und rezidivierende Schwellungen, die teilweise von selbst aufplatzen, stehen als Beschwerden im Vordergrund.

Nach einer entsprechenden Diagnostik, falls notwendig mit endo-analem Ultraschall bzw. bei ausgeprägten Befunden mittels Magnetresonanztomographie, bieten wir je nach Befund möglichst schließmuskelschonende Operationsverfahren zur Sanierung an.

Analfissur
Bei einer Analfissur handelt es sich um einen äußerst schmerzhaften Einriss der Schleimhaut im untersten Bereich des Analkanals. Starke Schmerzen beim Stuhlgang sowie ein deutliches Brennen danach und häufig auch Blut am Stuhl weisen auf eine Fissur hin.

Eine zu harte Konsistenz des Stuhles bei unter anderem balaststoffarmer Ernährung, nicht ausreichender Flüssigkeitszufuhr und ein damit verbundenes notwendiges Pressen beim Stuhlgang können Ursache für das Auftreten einer Analfissur sein. Daher führt auch in den meisten Fällen eine konservative Therapie (lokale Salbentherapie, konsequente Stuhlregulierung) zu einem Ausheilen der Analfissur. Falls die konservative Therapie nicht ausreicht, wird der Einriss bzw. das vernarbte Gewebe operativ entfernt.

Analkarzinom
Auch im Bereich des Afters kann eine bösartige Entartung des Gewebes und somit ein Krebs (Analkarzinom) entstehen. Nach Diagnosesicherung durch Entnahme von Gewebeproben im Rahmen einer analen Exploration in Allgemeinnarkose besteht die weitere Therapie meist in einer kombinierten Strahlen(Radio)- und Chemotherapie, die an der nuklearmedizinischen Abteilung im Uniklinikum Salzburg durchgeführt wird.

Die Bauchspeicheldrüse

DIE BAUCHSPEICHELDRÜSE

Die Bauchspeicheldrüse, oder auch Pankreas genannt ist ein ca. 15 x 5 cm großes Verdauungs- und Stoffwechselorgan des menschlichen Körpers. Diese befindet sich zentral im Oberbauch. Sie ist von wichtigen Organen wie Magen, Milz und Zwölffingerdarm umgeben und liegt vor großen Blutgefäßen des Verdauungstraktes. Gemeinsam mit dem Gallengang mündet der Bauchspeicheldrüsengang in den Zwölffingerdarm. Die Funktion der Bauchspeicheldrüse besteht einerseits in der Aufspaltung der Speisen durch Enzyme  in die einzelnen Nährstoffe, andererseits wird der Blutzuckerspiegel durch die Abgabe des Hormons Insulin gesteuert.

Durch die enge Einbindung in die Stoffwechsel und Blutzuckerregulation, sowie durch die räumliche Nähe zum Verdauungstrakt, ist die Bauchspeicheldrüse eingenommenen Giftstoffen und Reizen besonders ausgesetzt. Häufiger Alkoholkonsum sowie Rauchen können neben erblichen Faktoren oder Gallengangsteinen zu einer akuten oder chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung führen. Bei der Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) kommt es zu einer Schädigung bis hin zum Absterben von Zellen. Der freigesetzte Bauchspeicheldrüsensaft führt dabei zu einer Selbstverdauung des Gewebes.

Typische Symptome der Bauchspeicheldrüsenentzündung sind gürtelförmige Oberbauchschmerzen in Kombination mit einem Druckschmerz unterhalb des Brustbeins. Vermeintliche Magenschmerzen oder Galle – Koliken können die Diagnose zunächst erschweren. Neben Übelkeit, Erbrechen und Fieber können auch schwerste Krankheitsverläufe auftreten. In solchen Fällen ist oft eine intensivmedizinische Betreuung notwendig um die Selbstverdauung der Bauchspeicheldrüse zu behandeln und eine mögliche Todesfolge abzuwenden.

Die chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse ist vor allem durch wiederkehrende Schmerzen und einem schleichenden Verlauf von Funktionseinschränkung bis hin zum Verlust der Bauchspeicheldrüsenfunktion gekennzeichnet. Häufige Entzündungsschübe lassen die Zellen zugrunde gehen und führen zu Verkalkungen. Schließlich kommt es zu einem Verlust der Funktion und der damit entstehenden Zuckererkrankung, auch Diabetes mellitus Typ II genannt.

Diagnostik der Bauchspeicheldrüsenentzündung
Nach Erhebung der individuellen Krankengeschichte und klinischer Untersuchung durch den behandelnden Arzt werden bei Verdacht auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung eine Blutanalyse sowie eine Computertomographie angeordnet. Leitsymptom der akuten Pankreatitis ist der Schmerz, wohingegen Patienten mit einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse oft durch das erstmalige Auftreten einer Blutzuckererkrankung (Diabetes mellitus Typ II) auffallen.

Behandlung der Bauchspeicheldrüsenentzündung
In den meisten Fällen in denen die Bauchspeicheldrüsenentzündung durch Alkohol oder Rauchen verursacht wurde, erfolgt eine konservative Therapie mit intravenöser Flüssigkeitszufuhr und Schmerztherapie, bei gleichzeitiger Vermeidung der Giftstoffe. Handelt es sich um einen schweren Verlauf muss eine Nahrungskarenz eingehalten werden und eine Überwachung auf der Intensivstation wird notwendig. Ist die Ursache ein Gallengangstein, der den gemeinsamen Ausführungsgang blockiert, erfolgt endoskopisch über den Zwölffingerdarm eine Gallengangspiegelung (ERCP). Bei dieser komplexen Untersuchung wird der Stein geborgen und der Abfluss wiederhergestellt. Nur in aussichtslosen Situationen und zunehmender Verschlechterung des Patienten wird eine Operation bei akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung durchgeführt.

Vorsorge und Früherkennung der Bauchspeicheldrüsenentzündung
Für die Gesundheit der Bauchspeicheldrüse und zur Vermeidung einer Erkrankung, ist eine  ausgewogene, gesunde, fett- und zuckerarme Ernährung sowie das Vermeiden von Giftstoffen wie Alkohol und Rauchen wesentlich. Regelmäßige Gesundenuntersuchungen inklusive Ultraschall können im Verlauf frühzeitig Veränderung der Bauchspeicheldrüse feststellen.

Der Darm

DER DARM

Der Darm besteht aus zwei Abschnitten und ist in seiner gesamten Ausdehnung ca. 4 bis 6 m lang. Er wird in den Dünndarm und den Dickdarm unterteilt. Der Darm ist das Hauptorgan des Verdauungstraktes und seine Aufgabe besteht darin Wasser und Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen, die für den Menschen lebensnotwendig sind. Am Beginn des Dünndarmes steht der Zwölffingerdarm, der bereits einen Großteil der Nährstoffe aufnimmt. Der Dickdarm ist in weiterer Folge hauptsächlich für die Aufnahme von Wasser und Salz zuständig.

Nicht nur ungewünschte Stoffe sowie Gifte (Pestizide usw.) gelangen mit der Nahrung in unseren Körper, sondern auch Medikamente und vor allem Suchtmittel können den Darm sehr belasten. Er ist daher ein wichtiger Bestandteil unseres Immunsystems und reagiert auch sehr rasch auf seelische Belastungen und Stress. Der Darm als Gesamtes ist ein sehr sensibles System und kann leicht und schnell aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Daher kommen auch Erkrankungen und Probleme mit dem Darm immer häufiger in unserer Gesellschaft vor.

Es gibt viele verschiedene Erkrankungen des Darmes und man unterscheidet prinzipiell zwischen den „gutartigen“ (Reizdarm, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Divertikulitis) und den „bösartigen“ (Darmkrebs/Darmkarzinom).

Reizdarm und Symptome
Der Reizdarm ist eine weit verbreitete Funktionsstörung des Darms für die bisher keine medizinische Ursache gefunden wurde. Einerseits spielen psychische Belastungen und Probleme beim Reizdarm eine große Rolle, andererseits dürfte eine Störung der komplexen Bewegungsabläufe des Darms vorliegen. Daher stehen beim Reizdarm Blähungen, Völlegefühl, unregelmäßige Stuhlgänge und generelle Bauchschmerzen im Vordergrund.

Divertikulose/Divertikulitis und Symptome
Ausstülpungen in der Darmwand werden Divertikel genannt. Da Divertikel häufig  bei älteren Menschen vor allem zwischen Dickdarm und Mastdarm vorkommen, dürfte ein Zusammenhang mit dem Alter der Menschen sowie einer balaststoffarmen Ernährung bestehen. Häufig machen Divertikel keinerlei Probleme und werden erst zufällig im Rahmen einer Darmspiegelung (Koloskopie) entdeckt. Kommt es allerdings zu einer Entzündung der Divertikel (Divertikulitis) treten Schmerzen vor allem im linken Unterbauch, teilweise auch Blut im Stuhl bzw. Fieber, auf. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Platzen der Ausstülpung der Darmwand kommen und dadurch kann Blut und Stuhl in den Bauchraum austreten. Dies kann unbehandelt eine lebensbedrohliche Situation für den Menschen sein.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
Morbus Crohn und Symptome
Der Morbus Crohn gehört zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und kann den gesamten Magen-Darm-Trakt befallen. Bisher ist die genaue Ursache des Morbus Crohn noch nicht vollständig geklärt, aber wahrscheinlich dürfte es sich um eine Autoimmunerkrankung der Darmschleimhaut handeln. Es kommt durch körpereigene Antikörper zu einer Entzündungsreaktion, die verschiedene Darmabschnitte betreffen kann, und andere Abschnitte dazwischen hingegen gesund bleiben. Dies unterscheidet den Morbus Crohn von der Colitis ulcerosa. Typischerweise beklagen Patienten mit Morbus Crohn häufig Durchfälle, Bauchschmerzen, Fieber, Schleimabgänge und oft auch Abszesse und Fistelbildungen im Bereich des Afters. Blut im Stuhl kann ebenfalls auftreten. Nachdem die Entzündung wieder abgeklungen ist, können sich im Darm Engstellen bilden, die in weiterer Folge Passagestörungen bis hin zum Darmverschluss verursachen können. Falls die medikamentöse Therapie in diesem Fall nicht ausreicht, ist nicht selten eine Operation bei Patienten mit Morbus Crohn notwendig.

Colitis ulcerosa und Symptome
Auch die Colitis ulcerosa gehört wie der Morbus Crohn zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Im Unterschied zum Morbus Crohn befällt die Colitis ulcerosa allerdings ausschließlich den Dickdarm und Mastdarm. Darüber hinaus ist der Darm immer ohne Unterbrechungen befallen. Die Unterscheidung vom Morbus Crohn fällt trotzdem nicht selten schwierig. Die Beschwerden der beiden Krankheiten ähneln sich sehr, wobei bei der Colitis ulcerosa neben diffusen Bauchschmerzen, vor allem blutige Stühle und auch nächtliche Durchfälle im Vordergrund stehen. Zusätzlich besteht bei einem langen Krankheitsverlauf auch ein erhöhtes Darmkrebsrisiko, weshalb regelmäßige Koloskopien (Darmspiegelungen) empfehlenswert sind.

Sowohl bei Morbus Crohn als auch bei der Colitis ulcerosa ist eine enge Zusammenarbeit mit den Gastroenterologen zur optimalen Betreuung eines Patienten mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung notwendig.

Darmverschluss (Ileus)
Unter einem Darmverschluss versteht man die Unterbrechung der Darmpassage bzw. eine passagäre Behinderung der Durchgängigkeit des Darmes. Dies kann viele verschiedene Ursachen haben, z.B. Fremdkörper,  die mit Nahrung in den Darm gekommen sind, nicht verdaubare Nahrungsmittel oder auch Gallensteine. Es können aber auch Einengungen nach stattgehabten Entzündungen (z.B. Divertikulitis, Morbus Crohn) oder auf Grund von Tumoren der Darmwand, wie beim Darmkrebs, dafür verantwortlich sein. Sehr häufig sind auch Verwachsungen und Narbenbildungen nach bereits stattgehabten Operationen im Bauchraum die Ursache. Falls es durch die Passagebehinderung zu heftigen Bauchschmerzen, Erbrechen und einem Stuhlverhalt kommt, ist eine Operation nicht selten unumgänglich.

Diagnose
An der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg stehen um zur richtigen Diagnose zu kommen die modernsten Geräte der Diagnostik jedem Patienten zur Verfügung. Im Vordergrund steht auf Grund der langjährigen Erfahrung und herausragenden Expertise die Endoskopie bzw. sanfte Darmspiegelung, sowohl des Dünndarms als auch des Dickdarms. Nach einer vorbereitenden Darmspülung wird die Untersuchung in einer Art Dämmerschlaf des Patienten durchgeführt. Daher wird vom Patienten kaum etwas bemerkt bzw. gespürt. Dadurch können während der Untersuchung auch problemlos Gewebeproben, kleinere Polypen (Schleimhautwucherungen) bis hin zu größeren Tumoren problemlos abgetragen werden. Auch routinemäßige Kontrollen beim Morbus Crohn oder der Colitis ulcerosa sind auf diese Art und Weise gut möglich.

Falls notwendig bieten wir neben einer Enteroskopie auch eine Kapselendoskopie zur Beurteilung des gesamten Dünndarms an. Dabei wird vom Patienten eine kleine Kamera geschluckt, welche Fotos während der Passage durch den Darm aufnimmt.

Ergänzend stehen neben den üblichen Laboruntersuchungen, hochauflösende Ultraschalluntersuchungen des Bauches auch hochtechnologisierte Geräte anderer Kliniken des Uniklinikums Salzburg wie z.B. die Computertomographie, Magnetresonanztomographie oder auch nuklearmedizinische Untersuchungen sowie endoluminale Ultraschalluntersuchungen selbstverständlich zur Verfügung. Falls notwendig werden die Ergebnisse der Untersuchungen im Rahmen von interdisziplinären Besprechungen mit den Kollegen anderer Fachrichtungen zur Planung der Therapie diskutiert.

Therapie
In erster Linie wird versucht sämtliche Darmerkrankungen medikamentös und mit speziellen Diäten zu behandeln. Sollte diese Art der Therapie allerdings nicht ausreichen, stehen uns endoskopische interventionelle Verfahren bzw. Operationen zur Verfügung. Falls eine Operation nicht unumgänglich ist, wird diese selbstverständlich darmsparend durchgeführt, wobei in diesem Fall nur so viel Darm entfernt wird, wie unbedingt notwendig ist. An unserer Klinik wird dies falls möglich laparoskopisch (Schlüssellochtechnik) durchgeführt. Durch die Laparoskopie ist der Wundschmerz postoperativ geringer, die Narben kleiner und die Rekonvaleszenzzeit deutlich kürzer.

Vorsorge
Generell ist im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung ab dem 45. Lebensjahr eine Darmspiegelung zu empfehlen. Im Allgemeinen ist darüber hinaus das Vermeiden von Tabakkonsum, übermäßigem Alkoholkonsum, eine ausgewogene Ernährung und ein Vermeiden von Übergewicht ratsam.

Gibt es in Ihrer Familie einen Fall von Darmkrebs, kommen Darmerkrankungen vor, leiden Sie häufig an Bauchschmerzen oder zuletzt neu aufgetretenen Stuhlunregelmäßigkeiten bzw. haben Sie Blut am Stuhl entdeckt, sollten Sie sich an einen Spezialisten wenden, um eine Koloskopie durchführen zu lassen. Gerne führen wir diese Untersuchung nach entsprechender vorheriger Terminvereinbarung an unserer Endoskopie so rasch wie möglich durch. Nähere Informationen finden sie hier.

Die Galle / Gallensteine

DIE GALLE / GALLENSTEINE

Die Galle wird in der Leber produziert und ist eine wichtige Verdauungsflüssigkeit. Neben der Verarbeitung von Fetten und der Neutralisierung des Speisebreies dient sie auch zur Entgiftung und Ausscheidung. Die Gallenflüssigkeit wird in der Gallenblase eingedickt und gespeichert. Über die Gallenwege wird sie während der Mahlzeit in den Zwölffingerdarm abgesondert und vermengt sich mit dem Speisebrei. Ein Großteil der Galle wird im letzten Abschnitt des Dünndarms wieder aufgenommen. Jährlich erkranken fast 30.000 Österreicher an Gallensteinen und Gallenblasenentzündungen.

Gallensteine
Gallensteinleiden ist eine häufige Erkrankung in der Bevölkerung. Dabei muss erwähnt werden, dass nur etwa ein Viertel der Patienten mit Gallensteinen Beschwerden angibt. Einen negativen Einfluss auf die Entstehung von Gallensteinen haben unter anderem das weibliche Geschlecht, häufige fettige Mahlzeiten, Blutzuckererkrankung oder ein zu hoher Cholesterinspiegel, auch eine genetische Veranlagung wurde in neuen Studien als Risikofaktor für die Entstehung von Gallensteinen erkannt. Das Gallensteinleiden beginnt meist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr, häufig bestehen die Gallensteine dabei aus Cholesterin. Durch ein Überangebot des Cholesterins in der Gallenflüssigkeit bilden sich Steine in der Gallenblase, seltener sind es Calcium- oder Bilirubinsteine. Je nach Beschaffenheit und Größe können sich diese Steine im Gallengang verfangen und Schmerzen auslösen.

Gallenblasenentzündung
Die häufigste Ursache für eine Entzündung der Gallenblase ist eine Abflussbehinderung durch Gallensteine. Durch die Verlegung des Abflusses kommt es zu einer Überfüllung (Hydrops) und eine Entzündung kann entstehen.

Symptome für Gallensteine
Bei den Symptomen der Gallensteine unterscheidet man zwischen typischen und unspezifischen Beschwerden. Zu den typischen Symptomen zählt die Gallenkolik. Diese beschreibt einen kolikartigen, krampfartigen Schmerz im rechten Oberbauch. Klassischerweise kehren die Schmerzen in einem Intervall von zehn bis 15 Minuten wieder. Bei starker Ausprägung ist eine intravenöse Schmerztherapie erforderlich.

Dahingegen machen sich unspezifische Symptome durch Druckgefühl, ziehende Schmerzen im rechten Oberbauch aber auch durch ein Völlegefühl nach der Mahlzeit bemerkbar. Ist der Gallengang durch einen Stein verlegt, so können neben den Schmerzen auch Symptome wie eine Gelbverfärbung der Augen und Haut oder ein heller Stuhl und dunkler Harn auftreten.

Diagnose von Gallensteinen
Neben der klinischen Untersuchung mit Blutanalyse und einer umfangreichen Erhebung der Beschwerden, ist vor allem der hochauflösende Ultraschall zur Sicherung einer Diagnose erforderlich. Hier kann die Beschaffenheit der Gallenblase bzw. das Vorliegen von Gallensteinen beurteilt werden. Wird eine Erweiterung des Gallenganges festgestellt, so sind Zusatzuntersuchungen wie die Kernspintomographie (MR/MRCP) oder endoskopische Verfahren (ERCP) erforderlich.

Therapie von Gallensteinen
Wenn ein Gallensteinleiden oder eine Entzündung der Gallenblase besteht muss diese operativ entfernt werden. War die Entfernung der Gallenblase vor einigen Jahrzehnten noch mit einem langen Krankenhausaufenthalt sowie einem Bauchschnitt verbunden, werden aktuell hochmoderne Operationsverfahren an der Universitätsklinik Salzburg angeboten. Bei der sogenannten Minimalinvasiven (MILS)-Methode erfolgt die Entfernung der Gallenblase durch modernste Instrumente die wenige Millimeter breit sind. Durch eine hochauflösende Kameratechnik werden die erfahrenen Chirurgen unterstützt und eine schonende Operation kann gewährleistet werden. Durch die Versiegelung der kleinen Hautschnitte mit selbstauflösendem Nahtmaterial oder speziellen Gewebekleber wird die Wundheilung unterstützt und die Narbenbildung minimiert. Ist ein eingeklemmter Gallenstein Ursache für Beschwerden des Patienten kann dieser endoskopisch durch die sogenannte ERCP (endoskopisch ????) entfernt werden. Die Erholung nach der Entfernung der Gallenblase beträgt oft nur wenige Tage, eine dauerhafte Einschränkung durch den Verlust der Gallenblase besteht nicht.

Vorsorge von Gallensteinen
Um die Entstehung von Gallensteinen zu vermeiden ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung wichtig. Die Verringerung von faserarmer und kalorienreicher Kost sowie reichlich Bewegung unterstützt das Verdauungssystem. Hingegen kann Übergewicht aber auch ein zu rasches Abnehmen die Entstehung von Gallensteinen begünstigen.

Hernienchirurgie

DIE HERNIENCHIRURGIE

Was ist eine Hernie?
Durch einen Defekt der Bauchdecke (Bruchpforte) verlagert sich Inhalt des Bauchraumes nach außen (bei äußeren Brüchen: z.B. Leiste, Narbe) oder nach innen (bei inneren Brüchen: z.B. Zwerchfell) in den „Bruchsack“. Dadurch kann es an der Durchtrittsstelle (Bruchlücke) zu Durchblutungsstörungen kommen („eingeklemmter Bruch“), dieser seltene Notfall muss sofort chirurgisch versorgt werden. Brüche entwickeln sich meist langsam und machen nicht selten keine oder nur geringe Schmerzen. Die einzige Therapiemöglichkeit eines Bruches ist die Operation, es gibt keine sinnvolle konservative Therapie (wie z.B. „Bruchbänder“).

Was sind die Anforderungen an eine moderne Hernienchirurgie?
•    rasche Mobilisierbarkeit und Wiederaufnahme alltäglicher Aktivitäten
•    rasche Vollbelastbarkeit
•    Geringe Rezidivrate
•    Schmerzarme Reparationsverfahren, geringe Raten an chronischen post-OP Beschwerden

Was sind die häufigsten Formen von Brüchen?
•    Leistenbruch
•    Nabelbruch
•    Narbenbruch
•    Zwerchfellbruch

Leistenbruchchirurgie
Allgemeine Informationen
In Österreich werden ca. 25.000 Eingriffe pro Jahr durchgeführt. Ungefähr ein Viertel aller Männer aber nur drei Prozent der Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens einen Leistenbruch. Vor allem bei körperlicher Belastung macht ein Leistenbruch meist ziehend Beschwerden in der Leistenregion, selten starke Schmerzen. Kann ein Leistenbruch „weggedrückt“ werden droht in der Regel keine Gefahr, ist das aber nicht möglich und bestehen plötzlich Schmerzen kann eine Einklemmung vorliegen, es muss umgehend ein Chirurg kontaktiert werden. Bei jüngeren und beschwerdearmen Patienten kann – unter regelmäßiger Kontrolle des Befundes durch einen Chirurgen – mit einer Operation auch etwas zugewartet werden („watchful waiting“). Leistenbrüche können durch die klinische Untersuchung festgestellt werden, im Ausnahmefall kann eine Ultraschall- oder MRT-Untersuchung notwendig sein.

Therapie
Die moderne Leistenbruchchirurgie wird durch die Verwendung von Netzimplantaten (grobmaschige und leichtgewichtige aber extrem stabile Kunststoffnetze) geprägt. An der Universitätsklinik für Chirurgie Salzburg und am Krankenhaus Hallein werden alle gängigen Verfahrenstechniken – je nach Anforderungsprofil des Patienten – angeboten: offene Verfahren (z.B. Lichtenstein-Technik) oder minimal-invasive Techniken (TAPP, TEP). Auf die Einhaltung von Leitlinien und Empfehlungen internationaler Fachgesellschaften (European Hernia Society, International Endohernia Society, HerniaSurge) wird größter Wert gelegt.

Worauf muss man nach der Operation achten?
Grundsätzlich besteht nur kurzzeitiger Schonungsbedarf, mit dem Belastungsaufbau kann wenige Tage nach der Operation begonnen werden. Schmerzmittel sollen nur so lange wie notwendig eingenommen werden. Bei minimal-invasiven Verfahren kann etwas früher (meist nach 2 Wochen) voll belastet werden. Vor der Entlassung aus der stationären oder tagesklinischen Betreuung werden unsere Patienten diesbezüglich genau informiert.

Nabelbruch
Allgemeine Informationen

Viele Menschen haben bei genauester Untersuchung eine kleine Lücke der Bauchdecke im Nabelbereich, manchmal wird diese Lücke (z.B. im Zuge einer Schwangerschaft oder bei Gewichtszunahme) größer, treten Beschwerden auf ist eine Operation notwendig

Therapie
In vielen Fällen kann ein Nabelbruch tagesklinisch versorgt werden. Ab einer Größe (d.h. Durchmesser der Bruchlücke) von 2 cm implantieren wir ein Kunststoffnetz, bei kleinen Brüchen genügt der Verschluss mit einer Naht. Eine besonderes Problem sind Kombinationen eines Nabelbruches mit einer Vorwölbung der mittleren Bauchwand (sog. Rektusdiastase), hier sind manchmal auch größere Eingriffe notwendig. Seit kurzer Zeit kann an der Universitätsklinik Salzburg in derartigen Fällen ein neues minimal-invasives Verfahren angeboten werden: MILOS-Technik.

Narbenbruch
Allgemeine Informationen
Bis zu 23% aller im Bauchraum operierten Patienten entwickeln im Laufe des weiteren Lebens im Bereich der Operationsnarbe eine Hernie, ca. 50% davon bereits innerhalb der ersten 6 Monate post-OP. Ein Narbenbruch beeinträchtigt Patienten nicht nur kosmetisch sondern kann eine Vielfalt von Beschwerden verursachen, bis hin zu Fehlhaltungen/Wirbelsäulenbeschwerden, Einklemmungen des Bruchinhaltes sind möglich.

Vor einer Operation muss eine exakte Abklärung des Befundes und des Risikoprofils des Patienten erhoben werden: in vielen Fällen sollte eine dynamische CT-Abklärung, eine Abklärung des Lungenfunktion, verschiedene Laboruntersuchungen oder eine endoskopische Abklärung (Koloskopie, Gastroskopie) oder internische Abklärung durchgeführt werden. Das individuelle Risikoprofil eines Patienten muss abgeklärt, besprochen und vor der Operation reduziert werden: Rauchen soll beendet werden, ein erhöhter Blutzuckerwert medikamentös eingestellt und Körpergewicht falls möglich reduziert werden.

Therapie
Bei sehr großen Narbenbrüchen hat sich eine „Vorbehandlung“ in Form der Infiltration von Botox (einem aus der ästhetischen Chirurgie bekannten Nervengift, das Muskulatur erschlaffen lässt) im Bereich der seitlichen schrägen Bauchwandmuskulatur als vorteilhaft erwiesen.

Grundsätzlich gelten die Versorgungsprinzipien Hernienchirurgie: ein Direktverschluss der Bruchpforte mit einer Naht erzeugt in diesem Bereich Spannung, ein spannungsarmer Verschluss erfordert die Implantation eines Kunststoffnetzes. Bei Rezidivraten von 24-63% im Falle eines Direktverschlusses einer Narbenhernie sollte jedoch meist ein Verfahren mit Implantation eines Kunststoffnetzes bevorzugt werden.

Die chirurgische Versorgung großer Narbenbrüche erfordert häufig weitergehende Maßnahmen in Form von Entlastungseinschnitten der bindegewebigen Bauchdeckenschichten (sog. Komponentenseparationen). Derartige Maßnahmen sind heute häufig auch minimal invasiv („endoskopisch“) möglich.

Die physiologisch optimalste Reparatur einer Narbenhernie in Form einer Rekonstruktion der Bauchdecke (Mittellinie) und besonders große Narbenbrüche bedürfen einer offenen OP-Technik.

Häufig bereits wenige Stunden nach der Operation, meist am 1 post-OP Tag,  beginnt bereits die Mobilisierung:

Worauf muss man nach der Operation achten?
Mit der Entlassung ist zwischen dem 5. bis 10. postoperativen Tag zur rechnen. Nach einer Kontrolle in unserer Ambulanz oder beim Hausarzt ca. 10-14 Tage nach der Operation ist üblicherweise bei Beschwerdefreiheit wiederum normale Belastbarkeit möglich. Der postoperative Ablauf – obwohl in vielen Bereichen standardisiert – und der schrittweise durchzuführende Belastungsaufbau werden jeweils individuell mit dem Patienten besprochen.

Qualitätssicherung in der Hernienchirurgie
Die Universitätsklinik für Chirurgie Salzburg beteiligt sich von Beginn an aktiv an der Qualitätssicherungsstudie Herniamed®. Der Leiter der AG Hernienchirurgie (OA Priv.Doz. Dr. Franz Mayer) ist als ständiges Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der Qualitätssicherungsstudie in die Kernprozesse dieser in mittlerweile 12 Staaten (Europa, USA, Südafrika) präsenten Registerstudie aktiv eingebunden, zahlreiche Artikel in renommierten chirurgischen Fachzeitschriften wurden mit wesentlichen Beiträgen aus Salzburg in den letzten Jahren veröffentlicht. Als einer der ersten Kliniken in Österreich wurde der Universitätsklinik für Chirurgie Salzburg von der Deutschen Herniengesellschaft (DHG) das Qualitätssiegel verliehen

Die Leber

DIE LEBER

Kraftwerk und Kläranlage
Sie ist die Entgiftungszentrale des Körpers und daher überlebenswichtig. Die Leber filtert Giftstoffe aus dem Blut, wandelt Schadstoffe in ungiftige Substanzen um und scheidet diese anschließend aus. Sie ist  Stoffwechsel- und Speicherorgan, reguliert den Fett- und Zuckerstoffwechsel und lagert wichtige Nährstoffe ein. Die Leber verarbeitet Bestandteile aus der Nahrung, gewährleistet die Blutgerinnung und reguliert den Blutzuckerspiegel. Sie produziert Gallensaft, der zur Fettverdauung benötigt wird und reguliert den Hormonhaushalt. Sie spielt eine Schlüsselrolle in der Immunabwehr und kann Viren und Bakterien aus dem Darm oder dem großen Blutkreislauf vernichten. Die Leber ist ein Kraftwerk und eine Art Kläranlage des Körpers. Ohne sie könnte der Mensch nur wenige Stunden überleben.

Erkrankungen der Leber
Die häufigsten Schädigungen entstehen durch Alkohol und fettreiche Ernährung. Durch eine dauerhaft schlechte Ernährung wird der Leber zu viel Fett zugeführt und sie speichert dieses Fett ein. Man spricht dann von einer Fettleber. Ein Drittel aller Österreicher haben bereits eine Fettleber. Solange nur eine Fettleber vorliegt, haben es die Patienten selbst in der Hand, sie wieder abzubauen. Ein paar Wochen strenge Diät reichen in der Regel aus, um sie rückgängig zu machen.

Aus der Fettleber  kann sich langfristig die Leberzirrhose bilden, die 10% der Betroffenen erreicht- und die Leberzirrhose lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Hier wandelt sich Lebergewebe in Bindegewebe um und Leberzellen werden massiv zerstört. Sie ist das Endstadium vieler chronischer Erkrankungen der Leber.

Durch Virusinfektionen kann sich die Leber entzünden und zu einer Hepatitis führen. Je nach dem verursachenden Virus unterscheidet man Hepatitis A,B,C oder E. In der Leber kann sich aber auch eine Krebserkrankung entwickeln. Man unterscheidet den primären Leberkrebs, das Leberkarzinom, das direkt in der Leber entsteht von Lebermetastasen. Diese sind Tochtergeschwülste von Tumoren, die in anderen Organen ihren Ursprung haben, z.B. im Dickdarm, der Lunge oder in der Brustdrüse.

Symptome der Lebererkrankungen
Da die Leber keine Schmerzrezeptoren hat, treten bei Erkrankungen keine Schmerzen auf. Bestimmte Frühsymptome sollten jedoch hellhörig machen. Das sind bleierne Müdigkeit, Abgeschlagenheit, man fühlt sich ohne Antrieb. Weitere mögliche Symptome im fortgeschrittenen Stadium sind Wasseransammlungen im Bauch, Völlegefühl, bei Männern lichtet sich die Behaarung am Bauch. Die Haut bekommt einen eindeutigen Gelbton, Muttermale in Form kleiner Spinnen treten auf der Haut auf. Wenn bereits eine Leberzirrhose und schon eine starke Schädigung vorliegt, wird der Körpergeruch sauer und stechend.

Diagnose von Lebererkrankungen
Gibt es Anzeichen einer Lebererkrankung, so müssen zunächst mehrere Blutparameter, bildgebenden Verfahren als auch das klinische Erscheinungsbild miteinander kombiniert werden. Nur die interdisziplinäre Kompetenz des Uniklinikum ermöglicht die exakte Diagnostik von gut- und bösartigen Neubildungen in der Leber und Gallenblase. In unserem Leber- und Galle – Zentrum im Universitätsklinikum Salzburg beginnen wir zunächst mit hochauflösenden Ultraschall Untersuchungen.

Durch hochtechnologische, bildgebende Verfahren wie z.B. die Dünnschichtcomputertomographie oder Kernspin-tomographien können Lebertumore diagnostiziert oder ausgeschlossen werden. Auch eine Leberpunktion wird herangezogen, um Aufschluss über die exakte Erkrankung zu geben.

Therapie der Lebererkrankungen
Während man die Fettleber durch eine strenge Diät in wenigen Wochen wieder abbauen kann, lässt sich eine Leberzirrhose weder rückgängig machen noch kann man sie operieren. Hier darf der Patient seine Leber nicht mehr weiter schädigen. Alkoholgenuss ist verboten. Nicht dringend benötigte Medikamente, müssen sofort abgesetzt werden. Die Behandlung der durch Viren verursachten Hepatitis, erfolgt medikamentös und führt bei den meisten Patienten nach kurzer Therapiezeit und mit wenig Nebenwirkungen zu einer vollständigen Ausheilung. Wird ein Tumor an der Leber diagnostiziert, muss eine Entfernung durch eine Operation erfolgen. Auch ein gutartiger Tumor, ein sog. Adenom, sollte unbedingt entfernt werden.

In unserm Leber-Galle Zentrum im Universitätsklinikum der Chirurgie in Salzburg operieren wir gutartige und bösartige Lebertumore laparoskopisch, mit der sog. Schlüssellochmethode. Die äußeren Einschnitte und verbleibenden Narben sind dabei minimal, die Genesungszeit kurz, eine sehr schonende Methode für den Patienten. In besonders schwierigen Fällen von Metastasen kann nur mit der Methode des NanoKnife erfolgreich operiert werden (siehe Leberkrebs). Schneidet man einen Teil der Leber weg, so wächst diese binnen sechs bis zwölf Wochen wieder nach. Mittlerweile kann man bis zu 80% dieser Drüse entfernen. Die restliche Leber übernimmt dann kurzfristig alle Aufgaben.

Früherkennung und Vorsorge von Lebererkrankungen
Die Früherkennung spielt auch bei Lebererkrankungen eine entscheidende Rolle. In den Gesundenuntersuchungen, denen man sich ein Mal jährlich unterziehen sollte, werden auch Laborwerte untersucht, die Aufschluss über den Zustand der Leber geben. Auch Tumore werden häufig im Rahmen einer Gesundenuntersuchung entdeckt. Grund genug, sich regelmäßig in unserem Universitätsklinikum untersuchen zu lassen.

Vorbeugend empfehle ich viel Bewegung und gesunde Ernährung. Bewegung sorgt für eine gute Durchblutung der Leber und beschleunigt den Stoffwechsel. Beim Schwitzen wird der Körper zudem über die Haut entgiftet. Bewegung baut Fett ab und die Leber erholt sich. Was die Ernährung betrifft, empfehle ich Vollkornprodukte, Milchprodukte mit niedrigem Fettanteil, Obst und Gemüse, hochwertige Pflanzenöle häufig zu sich zu nehmen. Selten konsumiert werden sollten tierische Fette, Paniertes, Frittiertes, Fertigprodukte, stark zuckerhaltige Produkte und Alkohol.

Die Lunge

DIE LUNGE

Anzeichen und Symptome
Lungenerkrankungen werden in Atemwegserkrankungen, welche die Bronchien betreffen und Erkrankungen des Lungengerüstes unterteilt. Unter den gutartigen Lungenkrankheiten kommen dem spontanen Pneumothorax und der sogenannten Raucherlunge besondere Bedeutung in der chirurgischen Behandlung zu. Beim spontanen Pneumothorax kommt es zu einer Verletzung des Lungengewebes nahe der Lungenoberfläche, die im Organ enthaltene Luft entweicht in den Brustkorb und der betroffene Lungenflügel fällt teilweise oder ganz in sich zusammen. Es betrifft häufig junge, auffallend schlanke Männer und führt zu Brustschmerzen und Atemnot. Unter bestimmten Bedingungen, beispielsweise bei Tauchgängen oder bei ausgeprägten Befunden besteht für die Betroffenen akute Lebensgefahr.

Die sogenannte Raucherlunge gehört zu den Lungengerüsterkrankungen und führt über eine schleichende Schädigung und Erweiterung der Lungenbläschen zu einer Einschränkung des Atemgasaustausches in der Lunge. Es handelt sich dabei um eine Spätfolge chronischer Schädigung. Insbesondere kann dabei die Ausatemluft nur noch verzögert und unvollständig aus der Lunge entweichen und die Betroffenen klagen über Atemnot bei Belastung, später auch in Ruhe und in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung oftmals über Erstickungsgefühl.

Vorbeugung und Vermeidung
Während ein Spontanpneumothorax als Akutereignis kaum verhinderbar ist, sind durch das Vermeiden des Rauchens die Entstehung und oft auch das Voranschreiten der Raucherlungenerkrankung positiv beeinflussbar. Rauchkarenz ist daher sowohl für Lungengesunde als auch für thoraxchirurgische Patienten unbedingt anzustreben!

Abklärung und Diagnose
Je nach Krankheitsbild umfasst die Abklärung der vorliegenden Beschwerden spezielle Lungenfunktionstests, die hochauflösende Spiral-Computertomographie, die Bronchoskopie (Atemwegsspiegelung) oder Kombinationen dieser Untersuchungstechniken.

Therapie und Heilung
Die Erstbehandlung des Spontanpneumothrax besteht in aller Regel im Einbringen einer Drainage in den Rippenfellraum, um die dort gefangene Luft nach außen ablassen zu können und die mögliche Lebensbedrohung durch die Entwicklung eines Spannungspneumothorax zu bannen. Bringt diese Maßnahme alleine nicht den gewünschten Erfolg oder handelt es sich um ein wiederholtes Auftreten der Erkrankung, kann der geschädigte Lungengewebsanteil am thoraxchirurgischen Zentrum der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg in minimalinvasiver Technik und in Vollnarkose operativ entfernt werden. Meist ist davon die Lungenspitze betroffen und die Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens der Erkrankung kann deutlich vermindert werden.

Die Vorteile der minimal invasiven, thorakoskopischen Technik liegen in verminderten Schmerzen nach der Operation, kleineren Wunden und Narben, kürzerem Spitalsaufenthalt und geringerem Schmerzmittelbedarf.

An Raucherlungen erkrankte Patienten können neben Verzicht auf das Rauchen und medikamentöser Therapie auch durch eine operative Teilentfernung von Lungengewebe profitieren. Auch diese Lungenvolumen reduzierenden Eingriffe werden an unserer Abteilung in besonderen Fällen durchgeführt.

Der Magen

MAGENERKRANKUNGEN

Magenprobleme treten bei einer Vielzahl von Personen auf und fast jeder vierte Österreicher leidet darunter. Die Symptome können von einem gewissen Unwohlsein, über Übelkeit und Erbrechen, bis hin zu Oberbauchschmerzen reichen. Eine der häufigsten Ursachen für diese Symptomkomplexe ist eine Entzündung der Magenschleimhaut, eine sogenannte Gastritis. Diese Entzündungen können in fulminanter Ausprägung auch zu einem Ulcus ventriculi, auch als Magengeschwür bekannt, führen. Solche entzündliche Läsionen können auch Blutungen auslösen und im Extremfall die Magenwand perforieren, sodass der Patient sofort ärztliche Hilfe benötigt und operiert werden muss. Beim Auftreten einer chronischen Magenschleimhautentzündung, wie auch beim Magengeschwür selbst, ist von Patientenseite immer Vorsicht geboten, und die Beschwerden sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Aus diesen Erkrankungsbildern kann sich nämlich auch ein bösartiger Tumor (Magenkrebs) entwickeln. Ebenso kann ein sogenannter Riesenfaltenmagen (Morbus Ménéntriere) zu einem Magenkarzinom führen. Auch hier sollten sich Patienten in ärztliche Betreuung begeben, um frühzeitig einer Krebserkrankung vorzubeugen.

Symptome bei Magenerkrankungen
Die typischen Symptome sind in der Regel Übelkeit, Erbrechen, oder ein Druckgefühl im Oberbauch. Dieses Druckgefühl kann sich auch als stechender oder ziehender Schmerz manifestieren. Zumeist verschlechtert sich die Symptomatik bei Nahrungsaufnahme und die Patienten klagen zudem über Völlegefühl und Blähungen. Gerade bei einer diagnostizierten Gastritis sollte der Patient auf seine Ernährung achten und Kaffee, Alkohol sowie scharfe Gewürze meiden.

Bei Auftreten von schwerwiegenden Magenbeschwerden, welche mit Blutungen vergesellschaftet sind, kann es vorkommen, dass der Patient einen sogenannten schwarzen Teerstuhl (Meläna) entwickelt. Dieser bildet sich aus verdauten Blutbestandteilen und ist ein ernstzunehmender Indikator dafür, dass der Patient sobald als möglich einen Arzt aufsuchen sollte.

Diagnostik bei Magenerkrankungen
Das am häufigsten eingesetzte und zuverlässigste Instrument in der Diagnosestellung bei Magenerkrankungen ist die Magenspiegelung (Gastroskopie). Im Zuge dieser Untersuchung kann der Arzt mittels Kamera in „das Innere“ der Patienten sehen.  Dabei können Proben (Biopsien) entnommen werden und auch das Bakterium Helicobacter pylori, welches sehr häufig für Magengeschwüre verantwortlich ist, sehr zuverlässig diagnostiziert oder auch ausgeschlossen werden.

Zur weiterführenden Diagnostik dient auch die Computertomographie oder die klassische Röntgenuntersuchung. Weiters kann mit einer speziellen Ultraschalluntersuchung, der sogenannten Endosonographie, während der Magenspiegelung, die Magenwand von innen genau untersucht werden. Ebenso kann ein spezielles Schluckaktröntgen zur genauen Beurteilung des Vorganges der Nahrungsaufnahme durchgeführt werden. Diese speziellen Untersuchungen werden im Endoskopie – Zentrum der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg mit hoher Frequenz und Qualität durchgeführt und für alle Patienten angeboten.

Therapie bei Magenerkrankungen
Vor allem bei der Diagnose einer Gastritis oder eines Magengeschwüres sollte zuerst eine Änderung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten durch die betroffenen Patienten erfolgen.  Es gilt Giftstoffe (Noxen) wie Alkohol und Rauchen, aber auch Kaffee, gepökeltes Fleisch oder scharfe Gewürze zu meiden. Zusätzlich werden in der Regel säureblockierende Medikamente, sogenannte Protonenpumpenhemmer (PPI) in der Therapie eingesetzt. Beim Vorliegen einer Besiedelung mit dem Bakterium Helicobacter pylori muss zusätzlich eine spezielle Antibiotikakur für ein bis zwei Wochen durchgeführt werden. Kommt es innerhalb von 3 Wochen nicht zur Abheilung eines Magengeschwüres unter dieser Therapie, sollte eine Kontrolluntersuchung mittels Magenspiegelung erfolgen, da bereits der Verdacht besteht, dass sich ein bösartiger Tumor (Magenkrebs) gebildet haben könnte.

Seltene Erkrankungsbilder wie Magenpolypen werden in der Regel rein endoskopisch mittels Gastroskopie (Magenspiegelung) behandelt und abgetragen. Für sogenannte GIST – Tumore (Gastrointestinale Stromatumore) gibt es an der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg ein multimodales Therapiekonzept. Diese Tumore werden in der Regel minimalinvasiv und magenerhaltend operiert und danach in Abhängigkeit von der feingeweblichen Untersuchung (Histologie) mit einem speziellen Medikament weiter therapiert.

Vorsorge und Früherkennung bei Magenerkrankungen
Um Magenerkrankungen vorzubeugen ist prinzipiell eine ausgewogene Ernährung einer der wichtigsten Faktoren. Diese sollte vitamin- und ballaststoffreich sowie möglichst fettarm sein. Außerdem gilt es auch Geräuchertes und Gepökeltes in Maßen zu genießen, da gerade jene Nahrungsmittel in der Entstehung von Magenkrebs einen negativen Einfluss haben können.

Neben vermehrtem Alkohol- und Kaffeekonsum kann vor allem Rauchen und die Verwendung verschiedenster blutverdünnender und schmerzstillender Medikamente (NSAR) zu einer Entstehung von Magenerkrankungen führen. Zusätzlich können psychische Belastungen und Stress diesen Prozess beschleunigen. Personen die an immer wiederkehrenden Magenschmerzen leiden, bzw. Schmerzen aufweisen, welche in der Regel länger als eine Woche anhalten, sollten dringend einen Spezialisten konsultieren. Bei jenen Patienten sollte eine frühzeitige Abklärung und gegebenfalls Diagnosestellung erfolgen.

Die Schilddrüse

DIE SCHILDDRÜSE

Die Schilddrüse ist ein Hormon produzierendes Organ von großer Bedeutung. Die Schilddrüsenhormone beeinflussen den Stoffwechsel- und Funktionszustand fast aller Organe. Bildet die Schilddrüse zu viel oder zu wenig Hormone, dann wird unser Körper schwer in Mitleidenschaft gezogen. Bei den Schilddrüsenerkrankungen unterscheiden wir zwischen der Störung des Organs, wie z.B. einer diffusen Vergrößerung oder Knotenbildung, oder einer Störung der Funktionslage mit vermehrter oder verminderter Bildung von Schilddrüsenhormonen.

Funktionsstörungen der Schilddrüse
Die Schilddrüsenunterfunktion
Bei der Schilddrüsenunterfunktion oder Hypothyreose bewirkt ein Hormonmangel eine reduzierte Organfunktion.
Die Patienten leiden unter.

  • Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Gewichtszunahme
  • Kältegefühl
  • trockene, raue Haut
  • Haarausfall
  • Verstopfung
  • Muskel- und Gelenksbeschwerden.

Schilddrüsenunterfunktionen treten auf bei chronischer Entzündung der Schilddrüse (Hashimoto-Thyreoiditis), sowie nach Schilddrüsenoperationen (Komplettentfernung der Schilddrüse) oder nach Radiojod-Therapie. Daneben gibt es noch weitere Ursachen für eine Unterfunktion. Die Therapie steht in der Verabreichung von künstlichen Schilddrüsenhormonen. Die Kontrolle der Einstellung erfolgt durch regelmäßige Blutuntersuchungen.

Schilddrüsenüberfunktion
Bei der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen. Es kommt zu einer Stoffwechselaktivierung mit folgenden Symptomen:

  • vermehrte Unruhe und Nervosität
  • schneller Herzschlag bis zu Herzrhythmusstörungen
  • starkes Schwitzen
  • schnelle Erschöpfung
  • ungewohnter Gewichtsverlust
  • Zittern
  • Osteoporose
  • Hitzegefühl
  • Durchfälle

Die häufigste Ursache für eine Überfunktion sind s.g. autonome Adenome oder auch heiße Knoten genannt. Diese unterliegen nicht dem Regelkreis und produzieren selbstständig zu viele Schilddrüsenhormone. Eine weitere Ursache ist eine Autoimmunerkrankung, der s.g. Morbus Basedow. Dabei bildet der Organismus Antikörper gegen Teile der Schilddrüsenzellen (TSH-Rezeptor). Dadurch ist der Regelkreis der Hormonproduktion gestört und die Schilddrüse produziert zu viele Schilddrüsenhormone.

Bei der Basedow-Erkrankung kommt es nicht nur zu einer Überproduktion von Schilddrüsenhormonen, sondern auch zur Augenbeteiligung, typisch sind die hervorstehenden großen Augen (hervorgerufen durch eine Entzündung des Fettgewebes hinter dem Auge).

Die Therapie der Schilddrüsenüberfunktion erfolgt durch s.g. Thyreostatika (Medikamente, die die Hormonproduktion der Schilddrüse reduzieren), durch Radiojod-Therapie oder durch eine Operation.

Chirurgische Therapie der Schilddrüsenerkrankungen
OP-Indikationen:

  1. Absolute OP-Indikation ist eine deutlich vergrößerte Schilddrüse mit mechanischer Behinderung und/oder Verdrängung der Luftröhre.
    Ebenso bei Verdacht auf Schilddrüsenkrebs (verdächtiges Punktat eines oder mehrerer Knoten), bei schnell wachsenden Knoten, bei heißen Knoten mit Schilddrüsenüberfunktion oder bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, wenn die konservative Therapie ausgeschöpft ist (Morbus-Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis).
  2. Relative OP-Indikationen sind kosmetische Gründe.

Die Schilddrüsenoperation ist an einem s.g. „High-Volume-Zentrum“ (mehr als 150 Eingriffe pro Jahr) ein sicher durchgeführter Eingriff mit sehr niedriger Komplikationsrate:

  1. Postoperative Heiserkeit (1%), wobei die Heiserkeit in den meisten Fällen wieder verschwindet
  2. Nachblutungen (1%)
  3. postoperativer Kalziummangel (4%)

Bei der operativen Therapie entfernt man entweder komplett eine Schilddrüsenhälfte oder, wenn notwendig, die ganze Schilddrüse. Die präoperative Diagnostik wird von einer nuklearmedizinischen Abteilung durchgeführt.
Sie besteht aus:

  • klinischer Untersuchung
  • Laboruntersuchung
  • bildgebenden Maßnahmen mit Ultraschall-Untersuchung
  • Szintigraphie
  • eventuell Feinnadelpunktion (Gewebeprobeentnahme aus einem Knoten und Untersuchung auf krebsverdächtige Zellen).
Die Speiseröhre

SPEISERÖHRENERKRANKUNGEN

Gutartige Erkrankungsbilder der Speiseröhre (Ösophagus) treten in verschiedenster Ausprägung auf. Die häufigsten unter diesen sind die Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) oder auch die Achalasie.

Für das Erkrankungsbild der Achalasie sind Motilitätsstörungen der Speiseröhre der primäre Auslöser, während Entzündungen der Speiseröhre in erster Linie durch das sogenannte Sodbrennen ausgelöst werden. Für jene Erkrankungsbilder bietet sich die Refluxambulanz der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg als verlässliche Anlaufstelle an, um sich als Patient einer adäquaten Abklärung und auch Therapie zu unterziehen.

Des Weiteren gibt es Erkrankungsbilder, bei denen sich Ausstülpungen in der Wand der Speiseröhre (sogenannte Divertikel) bilden können. Eines der Bekanntesten ist das Zenker Divertikel, welches häufig endoskopisch behandelt werden kann.

Symptome bei Speiseröhrenerkrankungen
Die häufigsten Symptome von Patienten mit Speiseröhrenerkrankungen sind Schluckbeschwerden, retrosternales Brennen hinter dem Brustbein oder im Halsbereich. Vor allem die Dysphagie (Schluckstörung) und ein Bolusgefühl im Hals treten immer wieder rezidivierend auf. Weiters kann es auch zu sogenannten Regurgitationen kommen, wobei es hier zum Heraufwürgen von unverdauten Speiseresten kommen kann.

Diagnostik bei Speiseröhrenerkrankungen
Die wichtigsten diagnostischen Tools zur Abklärung von Erkrankungen der Speiseröhre sind neben der Magenspiegelung (Gastroskopie) und der Computertomographie, verschiedenste Röntgenuntersuchungen. Hierzu zählt vor allem das Schluckaktröntgen mittels Bariumbrei, um eine adäquate Abklärung durchführen zu können.

Zusätzlich gibt es verschiedene Funktionstests, wie die Manometrie und 24h – pH – Metrie, die es ermöglichen auch spezielle Fragestellungen in der Diagnostik funktioneller Erkrankungsbilder der Speiseröhre zu beantworten.

Therapie bei Speiseröhrenerkrankungen
Es gibt mehrere Ansatzpunkte um Erkrankungen der Speiseröhre zu behandeln. Zuerst wird in der Regel versucht mittels medikamentöser Therapie (z.B. Protonenpumpenhemmer) eine Heilung zu erzielen. In weiterer Folge werden schonende minimal – invasive Verfahren eingesetzt, um Patienten zu behandeln. An der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg haben wir uns speziell auf Erkrankungen des Magens und der Speiseröhre spezialisiert und bieten Therapiemethoden an, die sich auf dem neuesten Stand der Technik befinden. Es werden viele Operationen an der Speiseröhre ohne zu schneiden, endoskopisch (schonend durch den Mund) durchgeführt. Zum Beispiel die Behandlung eines Divertikels. Hier wird rein endoskopisch eine sogenannte Divertikelspaltung (Durchtrennung des Muskelstegs zwischen Speiseröhre und Divertikel) mittels Nadelmesser oder Laser durchgeführt.

Auch bei der operativen Behandlung einer gastroösophagealen Refluxerkrankung bieten wir eine rein endoskopische Behandlungsmethode mittels sogenannter Endoplikation an. Hierbei erfolgt eine Raffung des Übergangs zwischen Magen und Speiseröhre (Ösophagus), um ein Verschluss – Ventil zu erzeugen und eine Säurebelastung der Speiseröhre zu verhindern.

Patienten die an einer Achalasie leiden können ebenfalls mittels einem neuen, hochmodernen, rein endsokopischen Verfahren behandelt werden. Es handelt sich hierbei um die sogenannte POEM (Perorale Endoskopische Myotomie). Im Zuge einer Magenspiegelung wird die betroffene Speiseröhrenmuskulatur nach und nach gespalten und so die Erkrankung behandelt. Die Methode ist besonders schonend und der Patient kann das Krankenhaus in der Regel nach 1 – 2 Tagen wieder verlassen. Die POEM wird nur an speziellen Zentren angeboten und wir konnten, trotz dem Fehlen von Langzeitergebnissen, hervorragende Ergebnisse mit dieser Behandlungsmethode erzielen.

Vorsorge und Früherkennung bei Speiseröhrenerkrankungen
Eines der alarmierenden Alarmsignale sollte für Sie das Auftreten von Schluckbeschwerden darstellen. Hier sollte man nicht zögern und einen Spezialisten konsultieren. Bei rechtzeitiger Diagnose kann in adäquatem Ausmaß eine Einleitung der Heilungsmaßnahmen erfolgen.

Achalasie
Die Achalasie ist eine seltene neurodegenerative Erkrankung der Speiseröhre und des unteren Schließmuskels der Speiseröhre. Sie ist charakterisiert durch die Unfähigkeit des unteren Speiseröhrenschließmuskels, sich nach einem Schluckakt zu öffnen und durch eine gestörte/fehlende Speiseröhrenbeweglichkeit. Das häufigste Krankheitssymptom ist die Dysphagie (Schluckbeschwerden).

Die jährliche Inzidenz der Achalasie beträgt 1-3 pro 100.00 Personen in der westlichen Welt. Sie tritt meistens zwischen dem 20. – 40. Lebensalter auf, obwohl das Auftreten diese Erkrankung bereits  im Kindesalter und auch im hohen Lebensalter beschrieben wurde. Beide Geschlechter sind gleichermaßen betroffen. Die genaue Ursache der Achalasie ist unbekannt.

Symptome der Achalasie
Das häufigste Symptom der Achalasie sind Schluckbeschwerden (Dysphagie), welche so ausgeprägt sein können, dass ein Gewichtsverlust auftreten kann. Geschluckte Nahrung bleibt am Speiseröhren-Ausgang stecken. Anfänglich ist meist feste Nahrung betroffen, gefolgt von breiiger Nahrung und zuletzt können selbst Flüssigkeiten nicht mehr geschluckt werden.

In ca. 40% der Fälle sind die ersten Symptome jedoch Zurückfließen (Regurgitation) von unverdauter Nahrung, Schmerzen im Brustkorb, Husten, rezidivierende Lungenentzündungen oder Sodbrennen.

Abklärung und Diagnose der Achalasie
Die Abklärung beginnt mit einem ausführlichen Gespräch mit dem Patienten (Anamnese-Erhebung) in unserer Spezialambulanz für Refluxchirurgie.

Bei Patienten mit Verdacht auf Achalasie führen wir folgende Untersuchungen routinemäßig durch:

  • Magenspiegelung (Gastroskopie):
    Ausschluss anderer Erkrankungen der Speiseröhre, vor allem einer bösartigen Erkrankung (Krebs) zwischen Speiseröhre und Magen
  • High-Resolution-Manometrie:
    Messung der Funktionalität des unteren Schließmuskels der Speiseröhre sowie der Motorik der Speiseröhre
  • Breischluckuntersuchung (Durchleuchtung)/Videokinematographie

Therapie der Achalasie
Die Achalasie lässt sich sehr gut behandeln. Das Ziel der Therapie ist die Schluckbeschwerden zu beheben, mit möglichst wenig Reflux (Sodbrennen) als Nebenwirkung. Eine Therapie, um die zugrundeliegende Erkrankung zu heilen, gibt es jedoch nicht.

Es gibt verschiedene Behandlungs-Möglichkeiten mit jedoch unterschiedlicher Effektivität. Bei der Wahl des geeigneten Verfahrens müssen mehrere Faktoren in Betracht bezogen werden. Diese sind vor allem das Alter sowie der Allgemeinzustand des Patienten.

Medikamentöse Therapie
Das Ziel dieser Therapie ist den Druck im unteren Speiseröhrenschließmuskel zu senken. Die medikamentöse Therapie hat die geringste Effektivität und nur eine kurze klinische Wirkung bei jedoch häufigem Auftreten von Nebenwirkungen (Kopfschmerzen, Herzrasen, Hypotonie, Übelkeit). Die medikamentöse Therapie wird daher nicht routinemäßig eingesetzt und nur in seltenen Ausnahmefällen angewendet.

Endoskopische Therapie

  • Botoxinjektion
    Die Botoxinjektion senkt den Druck im unteren Speiseröhrenschließmuskel. Die Wirkung ist jedoch ebenfalls nicht anhaltend, sodass die Mehrheit der Patienten nach kurzer Zeit wiederholte Injektionen benötigt. Auch die Botoxinjektion wird nur bei selektionierten Patienten angewendet, welche für andere endoskopische oder chirurgische  Therapieformen nicht belastbar sind.
  • Ballondehnung/Pneumatische Dilatation
    Die Ballondilatation oder auch Pneumatische Dilatation stellt eine gute Behandlungsoption für Patienten mit Achalasie dar, bei denen aufgrund verschiedenster Begleiterkrankungen (Herz, Kreislaufsystem, Lunge), ein zu zu hohes Operationsrisiko besteht.  Hierbei wird im Zuge einer Gastroskopie der Bereich um den unteren Speiseröhrenschließmuskel mittels Ballon für 1-3 Minuten gedehnt, bis sich der gastroösophageale Übergang auf 3 – 4 cm geöffnet zeigt. Die Prozedur muss in der Regel mehrmals wiederholt werden, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen und kann auch als Überbrückung bis zur Operation angewendet werden.
  • Perorale endoskopische Myotomie (POEM)
    Dabei handelt es sich um eine hochmoderne endoskopische Technik, welche nur in spezialisierten Zentren angeboten wird.  Im Zuge dieser sehr schonenden, modernen Behandlungsmethode wird die Myotomie (Spaltung der inneren Ösophagus-Ringmuskulatur) des unteren Speiseröhrenschließmuskels auf rein endoskopischem Wege (peroral) ohne Schnitte durchgeführt. Die bisherigen Ergebnisse sind laut derzeitiger Datenlage sehr vielversprechend, wobei die Langzeitergebnisse noch abgewartet werden müssen.  Eine Refluxbarriere im Zuge der POEM kann nicht angelegt werden, sodass möglicherweise nach diesem endoskopischen Eingriff Reflux (Sodbrennen) neu auftreten kann.

Chirurgische Therapie (laparoskopische Heller Myotomie)
Hierbei erfolgt die Spaltung der Muskulatur des unteren Speiseröhrenschließmuskels auf minimal – invasivem,  laparoskopischem Weg (Schlüssellochchirurgie). Diese Therapie ist auch heute noch der Goldstandard in der operativen Behandlung der Achalasie.  Des Weiteren erfolgt hier in der Regel eine Kombination mit einer Antirefluxoperation (Fundoplikation), um gleichzeitig das Auftreten von Reflux (Sodbrennen) zu verhindern.

Behandlung fortgeschrittener  Stadien der Achalasie
Heutzutage ist eine Entfernung der Speiseröhre bei fortgeschrittener Achalasie nur mehr selten notwendig, da auch Patienten mit einem späten Krankheitsstadium mittels laparoskopischer Heller Myotomie gut behandelbar sind.

Postoperative Nachsorge
Postoperativ wird ein schrittweiser Nahrungsaufbau durchgeführt. Letztendlich ist wieder eine  normale Kost möglich, wodurch sich die Lebensqualität deutlich verbessert. Aufgrund des erhöhten Karzinomrisikos bei Patienten mit Achalasie empfehlen wir eine regelmäßige endoskopische Kontrolle der Speiseröhre und des Magens (Magenspiegelung).

Sodbrennen/Reflux
Die Refluxkrankheit ist eine der häufigsten Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes. Etwa 1/3 der Bevölkerung leidet einmal pro Monat an Symptomen, ca. 10% sind manifest erkrankt und bedürfen einer weiteren Abklärung und Therapie.

Was ist Reflux?
Unter Sodbrennen (Reflux) versteht man den Rückfluss der stark sauren Magensäure in die Speiseröhre, wodurch es zu einer Schädigung (Entzündung) der Speiseröhrenschleimhaut kommen kann. Reflux darf nicht unterschätzt werden, da er im Langzeitverlauf zu bleibenden Veränderungen im Übergangsbereich zwischen Speiseröhre und Magen bis hin zum Krebs (sogenanntes „Barrett-Karzinom“) führen kann.

Symptome der Refluxkrankheit
Die Symptome des Reflux können sehr unterschiedlich sein und zum Teil die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Am häufigsten kommt es zu Sodbrennen (Brennen hinter dem Brustbein, teilweise bis in den Hals reichend), saurem Aufstoßen oder zum Zurückfließen von flüssigem/festem Mageninhalt (Regurgitationen) vor allem beim Bücken, Liegen oder bei Belastung. Schluckstörungen (Schmerzen, Steckenbleiben von Speisen) sind oft Zeichen einer fortgeschrittenen Erkrankung und erfordern eine rasche Abklärung. Nicht selten kommt es zu sogenannten „atypischen“ Beschwerden, die primär oft nicht einer Refluxerkrankung zugeordnet werden, was zu einer Verzögerung in der Diagnosestellung führen kann. Bei diesen atypischen Beschwerden handelt es sich um Entzündungen der Atemwege und des Nasenrachenraums (z.B. asthmoide Bronchitis, rezidivierende Lungenentzündungen, Stimmbandentzündung) mit den Symptomen Heiserkeit, Halskratzen oder chronischer Husten.

Ursache der Refluxkrankheit
Die Ursache ist eine Störung des komplexen Zusammenspiels aus Antireflux-Barriere (unterer Speiseröhrenschließmuskel), Motilität der Speiseröhre und Schutzmechanismen, wobei diese einzelnen Faktoren unterschiedlichen Anteil am Krankheitsgeschehen haben können. Ein „Zwerchfellbruch“ (axiale Hiatushernie) mit Erweiterung des Zwerchfelldurchtritts der Speiseröhre, sowie Verkürzung, Dehnung und Höhertreten des unteren Speiseröhrenschließmuskels sind die häufigsten Befunde, die mit Reflux einhergehen. Die Refluxkrankheit gehört zu den Zivilisationskrankheiten unserer Zeit. Falsche, zu fettreiche, vitamin-und balaststoffarme Kost sowie das daraus resultierende Übergewicht begünstigen diese Erkrankung.

Diagnostik/Abklärung der Refluxkrankheit
In unserer Spezialambulanz erfolgt eine sorgfältige Abklärung der Symptome, um die richtige Diagnose und in weiterer Folge einen für jeden Patienten optimalen, individuellen Behandlungsplan erstellen zu können. Zunächst findet ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten statt, durch das bereits viele Informationen gewonnen werden können. Zur weiteren Abklärung messen wir mit modernsten hochtechnologischen Geräten die Funktionalität des unteren Schließmuskels der Speiseröhre sowie die Motorik der Speiseröhre mittels High-Resolution-Impedanz-Manometrie (Abbildung a+b). Die Säurebelastung der unteren und oberen Speiseröhre wird mittels 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie bestimmt. Zusätzlich erfolgt zur weiteren Abklärung eine Magenspiegelung (Gastroskopie) sowie ein Schluckaktröntgen der Speiseröhre.

Mit diesen Untersuchungen kann eine Refluxkrankheit bewiesen werden beziehungsweise andere Krankheiten, die reflux-artige Symptome verursachen, ausgeschlossen werden. Hierzu zählen zum Beispiel eine Achalasie oder andere motorische Störungen der Speiseröhre. Anhand dieser Untersuchungen lässt sich für jeden Patienten der sogenannte „Demesterscore“ errechnen, aus dem sich dann der individuelle Behandlungsplan erarbeiten lässt.

Therapie der Refluxkrankheit
Das Ziel in der Behandlung der Refluxkrankheit ist die langfristige Beschwerdefreiheit mit Verbesserung der Lebensqualität sowie die Vorbeugung von Reflux-assoziierten Veränderungen/Komplikationen. Dazu gehören zum Beispiel Geschwüre oder der Barrett-Ösophagus mit Erhöhung der Krebs-Gefahr. Der erste Behandlungsschritt ist zunächst eine konservativ-medikamentöse Therapie. Allgemeine Maßnahmen, die eine Refluxkrankheit verbessern, sind eine gesunde Ernährung mit frühem Abendessen, Bewegung nach den Mahlzeiten, nächtliches Hochstellen des Oberkörpers, Verzicht auf Alkohol und Nikotin, Stressabbau und eine Gewichtsreduktion. Diese „Hausmittel“ sind oft rasch wirksam, meistens jedoch nicht längerfristig.  Zusätzlich ist in den meisten Fällen eine medikamentöse Therapie mit einem Protonenpumpenhemmer (PPI) notwendig. Dieses Medikament hemmt die Produktion der Magensäure und führt so bei den meisten Patienten zu einem Abklingen der Entzündung und zu einer klinischen  Beschwerdefreiheit. Die Ursache der Refluxkrankheit kann durch einen PPI jedoch nicht behoben werden! Weiters kommt es nach Absetzen des PPI’s meistens zu einem Wiederauftreten der Beschwerden. Deshalb ist die weitere Einnahme (bei Bedarf oder auch als Dauertherapie) mit eventueller Dosiserhöhung notwendig.

Die chirurgische Wiederherstellung der Antireflux-Barriere wird seit 60 Jahren durchgeführt.  Diese Reflux-Operation (Fundoplikation) behebt die Ursache der Krankheit und wird heutzutage routinemäßig minimal-invasiv (sog. „Knopfloch-Chirurgie“) durchgeführt. Diese Operation zeigt sehr gute Langzeitergebnisse (> 90% Heilung) bei gleichzeitig sehr geringer Komplikationsrate

Bei speziell selektionierten Patienten können wir als Alternative zur Operation die Reparatur des Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen mittels Endoplikator anbieten. Bei diesem neuen, rein endoskopischen Verfahren wird im Zuge einer Gastroskopie der Eingang in den Magen durch Setzen von Nähten eingeengt und so Reflux verhindert. Da keine Bauchschnitte notwendig sind, entstehen bei dieser Technik keine Narben, wenig Schmerzen und nur eine geringe Belastung des Patienten.

Abbildung a+b: High-Resolution-Manometrie

Unsere elektronische Sonde hat 32 Drucksensoren im 1 cm-Abstand und misst den gesamten Schluckakt. Die farbcodierte Darstellung erleichtert die Beurteilung und Auswertung (Abbildung a). Daneben sind noch 5  Impedanzsensoren eingebaut, die eine noch bessere Beurteilbarkeit der Effektivität der Schluckakte erlauben. Bereits während dieser Untersuchung ist häufig gastro-ösophagealer Reflux nachzuweisen (Abbildung b).

a. High-Resolution-Manometrie mit Hiatushernie

b. High-Resolution-Impedanz-Manometrie mit Reflux