KREBSERKRANKUNGEN

Die Bauchspeicheldrüse

DIE BAUCHSPEICHELDRÜSE

Die Bauchspeicheldrüse, oder auch Pankreas genannt ist ein ca. 15 x 5 cm großes Verdauungs- und Stoffwechselorgan des menschlichen Körpers. Diese befindet sich zentral im Oberbauch. Sie ist von wichtigen Organen wie Magen, Milz und Zwölffingerdarm umgeben und liegt vor großen Blutgefäßen des Verdauungstraktes. Gemeinsam mit dem Gallengang mündet der Bauchspeicheldrüsengang in den Zwölffingerdarm. Die Funktion der Bauchspeicheldrüse besteht einerseits in der Aufspaltung der Speisen durch Enzyme  in die einzelnen Nährstoffe, andererseits wird der Blutzuckerspiegel durch die Abgabe des Hormons Insulin gesteuert.

Bauchspeicheldrüsenkrebs
Der Bauchspeicheldrüsenkrebs oder auch Pankreaskarzinom genannt ist eine bösartige Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. Der Tumor auf der Bauchspeicheldrüse betrifft zumeist die Zellen des Bauchspeicheldrüsenganges. Die Häufigkeit einen Krebs an der Bauchspeicheldrüse zu entwickeln wird mit etwa 10/100 000 Einwohner angegeben. Risikofaktoren zur Entstehung eines Pankreaskarzinoms sind Alkoholkonsum, Rauchen, eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung, Vorstufentumore bzw. Bauchspeicheldrüsenzysten sowie eine erbliche Veranlagung.

Symptome des Bauchspeicheldrüsenkrebses
Bei einem Bauchspeicheldrüsenkrebs treten Symptome meist erst sehr spät auf und präsentieren sich oft uncharakteristisch. Erste Beschwerden können Appetitlosigkeit, Oberbauchschmerzen, Gewichtsverlust oder einen Leistungsknick umfassen. Eine schmerzlose Gelbsucht ist der entscheidenste Hinweis auf einen Bauchspeicheldrüsentumor. Neben dem Pankreaskarzinom, der schlimmsten und aggressivsten Form, konnten durch modernste Diagnostik auch verschiedene Arten von Zysten der Bauchspeicheldrüse nachgewiesen werden. Abhängig von Größe, Lokalisation und Zusammensetzung der Zysten können diese ebenfalls entarten. Eine exakte Beurteilung entscheidet über die Notwendigkeit einer Operation.

Diagnose des Bauchspeicheldrüsenkrebses
Wenn der Verdacht auf einen Krebs der Bauchspeicheldrüse besteht kommen modernste Verfahren zum Einsatz. Bildgebende Untersuchungen umfassen dabei den hochauflösenden Ultraschall, die Spiral – Computertomographie und die Dünnschicht – Magnetresonanztomographie. Durch den Einsatz von Kontrastmittel kann der Bezug zum Gefäßsystem dargestellt werden und eine bessere Abgrenzung zu anderen Organen erfolgen. Vorhandene Tochtergeschwulste (Metastasen) können ebenso detektiert werden.
Die Endosonographie hat mittlerweile ebenfalls einen festen Stellenwert in der Diagnostik von Bauchspeicheldrüsentumoren. Hierbei wird, wie bei einer Magenspiegelung von innen mit einem hochtechnologischen Mini – Ultraschallkopf untersucht. Die Untersuchung wird unter einer Analgosedierung durch ausgewiesene Experten an unserer Abteilung durchgeführt. Eine hochauflösende, exakte Beurteilung aber auch eine Punktion und die Gewinnung von Gewebsflüssigkeit sind durch dieses Verfahren möglich. Insbesondere in der Diagnostik von Pankreaszysten hat die Analyse der Zystenflüssigkeit einen hohen Stellenwert erworben. Sogenannte Tumormarker können aus der Flüssigkeit bestimmt werden und helfen eine gutartige (beingne) von einer bösartigen (malignen) Erkrankung zu unterscheiden.

Therapie des Bauchspeicheldrüsenkrebses
Nach erfolgter Diagnostik wird für den Patienten ein individuelles Behandlungskonzept erarbeitet. Im Zweifelsfall ist dabei der internationale Standard, die operative Entfernung des Tumors/des betroffenen Teils der Bauchspeicheldrüse durch einen erfahrenen Experten. Dies ist vor allem dann der Fall wenn keine Tochtergeschwulste (Metastasen) vorliegen. Bei weiter fortgeschrittenen Befunden, in denen eine operative Entfernung technisch nicht möglich ist kann in Einzelfällen der Bauchspeicheldrüsenkrebs „vorbehandelt“ werden. In diesem sogenannten neoadjuvanten Therapieansatz kommen zunächst Strahlen- und Chemotherapie zum Einsatz, bevor dann, nach einer entsprechenden Reduktion des Tumors, der Pankreaskrebs in weiterer Folge operativ entfernt werden kann.

Das neueste und innovativste Verfahren, das an der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg angeboten wird, ist das sogennante NanoKnife, oder auch Irreversible Elektroporation (IRE) genannt. Hierbei werden elektrische Impulse und mehrere Tausend Volt zu einer selektiven Zerstörung der Tumorzellen herangezogen. Dabei kann gesundes Gewebe und Gefäße durch die korrekte Platzierung der Elektroden geschont werden und auch Tumorgewebe, das ansonsten schlecht erreichbar ist, behandelt werden.

Liegt ein weit fortgeschrittenes Pankreaskarzinom mit Metastasen vor, so ist eine Heilung meist nicht mehr möglich. Mit einer zielgerichteten Chemotherapie kann die Lebenserwartung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs beeinflusst werden und das Fortschreiten verlangsamt werden.  Blockiert der Tumor auf der Bauchspeicheldrüse den Galleabfluss und es kommt so zu Problemen für den Patienten, kann die Engstelle mittels Gallengangsspiegelung (ERCP) und Einlage eines Platzhalters (Stent) behandelt werden.

Vorsorge und Früherkennung des Bauchspeicheldrüsenkrebses
Eine gesunde fett- und zuckerarme Ernährung sowie körperliche Aktivität sind wichtig für eine gesunde Bauchspeicheldrüse. Durch die Vermeidung von Giftstoffen, wie Alkohol und Rauchen wird die Bauchspeicheldrüse zusätzlich unterstützt. Regelmäßige Gesundenuntersuchungen inklusive Ultraschall können im Verlauf Veränderungen der Bauchspeicheldrüse feststellen. Da das Pankreaskarzinom häufig keine Frühsymptome verursacht kommt diesen Vorsorgeuntersuchungen, speziell im Alter zwischen 50 und 60 Jahren eine wichtige Bedeutung zu.

Darmkrebs

DARMKREBS

Eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen des Darmes ist der Darmkrebs (Karzinom), wobei man zwischen dem Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) und Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom) unterscheiden muss. Zum Unterschied dazu sind Karzinome des Dünndarms sehr selten. Eine große Rolle für die Entstehung von Darmkrebs spielen eine genetische / familiäre Veranlagung, der Lebensstil, die Ernährung und auch das Rauchen. Ein Karzinom kann auch aus kleinen Schleimhautpolypen im Darm entstehen, die sich im Laufe der Zeit zu bösartigen Gewächsen umwandeln.

Symptome
Sichtbares oder verborgenes Blut im Stuhl gehört zu den klassischen Symptomen des Darmkrebses. Verborgenes Blut kann mit einem sogenannten Hämoccult-Test nachgewiesen werden. Darüber hinaus stellen diffuse Bauchschmerzen, Blähungen, typischerweise wechselnde Stuhlgewohnheiten (Durchfall abwechselnd mit Verstopfung) sowie eine generelle Abgeschlagenheit, zunehmende körperliche Schwäche bis hin zum Gewichtsverlust Symptome dar. Ein weiteres Zeichen für einen Darmkrebs kann auch eine Blutarmut (niedriger Hämoglobinwert) sein.

Diagnose
Wie bei den gutartigen Erkrankungen des Darmes steht auch beim Dickdarmkrebs die Darmspiegelung (sanfte Koloskopie) im Zentrum der Diagnostik bzw. der Früherkennung eines Kolon- bzw. Rektumkarzinoms. Diese Untersuchung wird routinemäßig an der Endoskopie der Universitätsklinik für Chirurgie durchgeführt. Da sich der Patient während der Untersuchung in einem sogenannten Dämmerschlaf befindet, kann die Schleimhaut des Darmes vom Patienten unbemerkt und schmerzfrei genauestens untersucht und auch Gewebeproben von auffälligen Arealen entnommen werden. Falls notwendig können sogar kleinere Polypen entfernt werden, um zu verhindern, dass aus diesen möglicherweise ein Karzinom entsteht.

Falls ein Darmkrebs festgestellt wurde, werden ergänzend dazu eine Computertomographie der Brust und Bauchhöhle durchgeführt, um eventuelle Absiedelungen des Krebses (Metastasen) zu erkennen. Handelt es sich um ein Karzinom des Mastdarms, wird darüber hinaus noch eine Kernspintomographie des Beckens und ein endoluminaler, transanaler Ultraschall zur Bestimmung der Ausdehnung des Karzinoms und in weiterer Folge Planung der weiteren Therapie an unserer Klinik durchgeführt. Zusätzlich werden im Vorfeld spezielle Tumormarker im Blut bestimmt.

Die regelmäßige Durchführung einer Koloskopie ist im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen ab dem 45. Lebensjahr generell empfehlenswert. Falls eine positive Familienanamnese vorliegen sollte, empfehlen wir allerdings diese schon vorher durchführen zu lassen. Nähere Informationen zur Vereinbarung eines Termins zur Durchführung einer Darmspiegelung (Koloskopie) finden Sie hier.

Therapie
Entscheidend für eine erfolgreiche bzw. bestmögliche Behandlung eines Darmkrebses ist vor allem die frühzeitige Erkennung und in weiterer Folge optimale Planung der Therapie.

Ist der Darmkrebs noch in einem Anfangsstadium, kann er unter Umständen im Rahmen einer Koloskopie bereits zur Gänze entfernt werden. Ansonsten wird je nach Lokalisation und Größenausdehnung des Tumors, das weitere therapeutische Vorgehen im Rahmen eines sogenannten Tumorboards, einer interdisziplinären Besprechung mit den Spezialisten anderer Fachrichtungen, wie der Onkologie, der Radiologie und der Nuklearmedizin, festgelegt.

Wird ein Karzinom im Dickdarm früh genug entdeckt, kann der tumortragende Abschnitt des Darms radikal entfernt und der Patient durch diese Operation geheilt werden. Bei Karzinomen im Mastdarm (Rektum) ist je nach Größe und Ausdehnung des Tumors vor der Operation eine Kombination aus Strahlen(Radio)- und Chemotherapie notwendig.

Generell wenden wir an der Universitätsklinik für Chirurgie, falls möglich, gewebeschonende, minimal-invasive Methoden (Schlüsselloch-Chirurgie / Laparoskopie) an. Dadurch können wir die Belastung der Operation für den Patienten, den Wundschmerz und die postoperative Rekonvaleszenz reduzieren und erzielen darüber hinaus noch ein besseres kosmetisches Ergebnis. Falls die Anlage eines Seitenausganges (Anus praeter / Stoma) nicht zu vermeiden ist, steht dem Patienten an unserer Klinik eine spezialisierte Stomaschwester zum Erlernen der selbständigen Versorgung des Stomas zur Verfügung. Informationen diesbezüglich erhalten sie hier.

Sehr häufig kann der protektiv angelegte Seitenausgang nach einem halben Jahr wieder zurückoperiert werden.

Die Galle

DIE GALLE

Die Galle wird in der Leber produziert und ist eine wichtige Verdauungsflüssigkeit. Neben der Verarbeitung von Fetten und der Neutralisierung des Speisebreies dient sie auch zur Entgiftung und Ausscheidung. Die Gallenflüssigkeit wird in der Gallenblase eingedickt und gespeichert. Über die Gallenwege wird sie während der Mahlzeit in den Zwölffingerdarm abgesondert und vermengt sich mit dem Speisebrei. Ein Großteil der Galle wird im letzten Abschnitt des Dünndarms wieder aufgenommen.

Gallenblasen- und Gallengangskarzinome
Bei den Gallenblasen- und Gallengangskarzinomen handelt es sich um bösartige Neubildungen der Gallenblase und der ableitenden Gallengängen. Diese seltenen bösartigen Erkrankungen verursachen etwa 1-2% aller Krebserkrankungen. Die Häufigkeit zu erkranken steigt mit dem Alter an, wobei der Altersgipfel bei 60 Jahren liegt. Da die Diagnose oft nur in einem fortgeschrittenen Stadium gestellt wird, ist die Prognose der Erkrankung schlecht.

Gallenblasenkarzinom
Das Gallenblasenkarzinom ist eine seltene bösartige Erkrankung der Gallenblase und tritt bei Frauen häufiger als bei Männern auf. Es ist bekannt, dass bei etwa 80% der Gallenblasenkarzinome ebenfalls ein Gallensteinleiden vorliegt. Um die Entstehung eines Gallenblasenkarzinoms zu verhindern, sollten Vorstufen, sogenannte Präkanzerosen, rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Hierzu zählt die sogenannte Porzellangallenblase. Durch chronische, langwierige Entzündungen kommt es zu einem Umbau der Gallenblase mit Verkalkungen. Ebenfalls haben große Gallenblasenpolypen (>1cm) ein Entartungsrisiko und sollten daher rechtzeitig operativ entfernt werden.

Gallengangskarzinome
Bei den Gallengangskarzinomen handelt es sich um bösartige Neubildungen der Gallengänge. Das sogenannte Cholangiozelluläre Karzinom (CCC) kann entweder die Gallenwege in der Leber (intrahepatisches CCC), die Gallenwege im Bereich der Leberpforte (Klatskin-Tumor) oder die abführenden Gallenwege (extrahepatisches CCC) betreffen. Im Gegenteil zu dem Gallenblasenkarzinom tritt das Gallengangskarzinom vermehrt bei Männern auf. Chronische Entzündungen der Gallenwege (primär sklerosierende Cholangitis) oder angeborene zystische Erweiterung des Gallengangsystems (Caroli-Syndrom) sind bekannte Risikofaktoren für die Entstehung eines Karzinoms. Weitere Risikofaktoren sind eine chronische Hepatitis C, Leberzirrhose, HIV-Infektion sowie eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. Die neuesten Untersuchungen haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko bei Rauchern und Patienten mit Diabetes mellitus festgestellt.

Symptome der Gallenblasen- und Gallengangskarzinome
Bei den bösartigen Gallenblasen- und Gallengangskarzinomen treten Symptome oft nur spät bzw. schleichend auf. Neben Symptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gewichtsabnahme und Leistungsverlust ist vor allem die schmerzlose Gelbsucht das auffallendste Merkmal. Bei dem sogenannten Ikterus (Gelbsucht) kommt es aufgrund einer mechanischen Enge zu einem Rückstau der Gallenflüssigkeit. In der Folge verfärben sich die Haut und die Augen gelblich. Neben einem hellen Stuhl und dunklen Urin kann ebenfalls ein quälender Juckreiz bestehen.

Diagnose der Gallenblasen- und Gallengangskarzinome
Wenn der Verdacht auf eine bösartige Erkrankung der Gallenblase oder der Gallengänge besteht erfolgt neben einer Blutuntersuchung und einem ausführlichen Arztgespräch eine bildgebende Diagnostik. Neben dem hochauflösenden Bauchultraschall kommt vor allem die Computertomographie (CT) zum Einsatz. In Abhängigkeit der Befunde kann ergänzend eine Magnetresonanztomographie (MR) durchgeführt werden. Liegt bereits eine Gelbsucht vor steht mit der ERCP (Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie) ein diagnostisches, wie auch therapeutisches Verfahren zur Verfügung. Bei dieser endoskopischen Technik wird, ähnlich wie bei einer Magenspiegelung das Untersuchungsgerät in den Zwöffingerdarm vorgeschoben. Die Mündung des Galle- und Bauchspeicheldrüsenganges wird unter Röntgensicht sondiert und die Gallewege werden mit Kontrastmittel dargestellt. Eine bestehende Engstelle durch einen Tumor kann dargestellt und wenn nötig auch mit einem Platzhalter (Stent) wieder eröffnet werden. Zusätzlich kann bei dieser Intervention auch ein Gewebsabstrich der Gallengänge gewonnen werden.

Eine hochaktuelle Erneuerung stellt das “SpyGlass“ oder auch Cholangioskopie genannt dar. Mit dieser speziellen Technik ist es möglich Bilder direkt aus den nur wenige Millimeter messenden Gallenwegen zu erhalten. Zudem können gezielt Biopsien aus den Gallengängen entnommen werden und zur histologischen Sicherung der Pathologie zugesandt werden.

Therapie der Gallenblasen- und Gallengangskarzinome
Sind alle Untersuchungen abgeschlossen und etwaige Ergebnisse von Gewebsproben vorhanden wird an der Universitätsklinik für Chirurgie Salzburg ein interdisziplinäres Behandlungskonzept für den Patienten erarbeitet. In Abhängigkeit der Ausprägung und dem Vorliegen von Absiedelungen (Metastasen) wird die individuelle Therapie mit dem Patienten ausführlich besprochen. Bei  dem Gallenblasen- und Gallengangskarzinom stellt die operative Entfernung, falls diese möglich ist, die einzig potenziell kurative Therapie dar. Das Ausmaß der Operation hängt von der Lokalisation und der Ausprägung ab. Die Entfernung eines Gallenblasenkarzinoms bedarf etwa oft einer Teilentfernung der Leber, um einen Sicherheitsabstand zu erhalten.

Ist eine Operation nicht mehr möglich kommen systemische Therapien zum Einsatz. Eine Heilung ist in diesen Fällen meist nicht möglich. Jedoch kann ein Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt, oder in seltenen Fällen auch eine Verkleinerung der Tumormassen beobachtet werden. Zur Verhinderung eines Gallestaus können Platzhalter (Stents) mittels ERCP eingebracht werden und die Lebensqualität somit verbessert werden. Ein weiterer endoskopischer Therapieansatz ist die Radiofrequenzablation (RFA). Wie bei der ERCP wird hierbei das Gallengangsystem sondiert und einengende Tumormassen im Gallengangsystem behandelt.

Vorsorge und Früherkennung der Gallenblasen- und Gallengangskarzinome
Zur Vermeidung von Gallenblasen und Gallengangskarzinomen kann eine gesunde, ausgewogene Ernährung beitragen. Insbesondere ist das Meiden von Alkohol und Rauchen zu betonen. Körperliche Aktivität hilft ein Übergewicht zu Vermeiden und beugt Blutzuckererkrankungen vor.

Bei wiederkehrenden Schmerzen im Oberbauch, vor allem nach dem Essen sollte ein chronisches Gallensteinleiden ausgeschlossen werden. Eine Gesundenuntersuchung kann ebenfalls helfen Frühsymptome zu erkennen und sollte regelmäßig durchgeführt werden.

Leberkrebs / Lebermetastase

LEBERKREBS / LEBERMETASTASE

Die Leber
Sie ist die Entgiftungszentrale des Körpers und daher überlebenswichtig. Die Leber filtert Giftstoffe aus dem Blut, wandelt Schadstoffe in ungiftige Substanzen um und scheidet diese anschließend aus. Sie ist  Stoffwechsel- und Speicherorgan, reguliert den Fett- und Zuckerstoffwechsel und lagert wichtige Nährstoffe ein. Die Leber verarbeitet Bestandteile aus der Nahrung, gewährleistet die Blutgerinnung und reguliert den Blutzuckerspiegel. Sie produziert Gallensaft, der zur Fettverdauung benötigt wird und reguliert den Hormonhaushalt. Sie spielt eine Schlüsselrolle in der Immunabwehr und kann Viren und Bakterien aus dem Darm oder dem großen Blutkreislauf vernichten. Die Leber ist ein Kraftwerk und eine Art Kläranlage des Körpers. Ohne sie könnte der Mensch nur wenige Stunden überleben.

Symptome des Leberkrebses
Die Leber ist das zentrale Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan des Körpers. Sie liegt im rechten Oberbauch und produziert einerseits wichtige Substanzen wie Eiweißstoffe und Galle andererseits befreit sie den Organismus von Giftstoffen oder auch Medikamenten.

Symptome werden bei Befall durch einen Krebs (Lebertumor) oft nur schwer oder spät bemerkt. Diese können von Gewichtsverlust und einem allgemeinen Schwächegefühl bis zu Oberbauchschmerzen oder einer Gelbverfärbung der Augen und Haut reichen. Bei der Gelbverfärbung (Ikterus) wird der Galleabfluss durch den Leberkrebs blockiert, sodass der Gallefarbstoff in der Haut abgelagert wird.

Die Leberzirrhose ist keine bösartige Erkrankung der Leber. Dennoch kann sich auf Boden einer Leberzirrhose ein Karzinom entwickeln. Die kontinuierliche Schädigung der Leberzellen führt dabei zu einem Strukturumbau und einem Funktionsverlust. Spinnenartige Muttermale (Spider naevi), Speiseröhrenkrampfadern (Ösophagusvarizen) oder auch das Auftreten von Bauchwasser (Aszites) sind Symptome der Leberzirrhose.

In der Leber werden verschiedene Arten von Tumoren unterschieden. Das Leberzellkarzinom, wie auch das Gallengangkarzinom entstehen direkt in der Leber und werden dem primären Leberkrebs zugerechnet. Eine Lebermetastase bezeichnet dagegen eine Absiedelung von Krebszellen eines anderen Tumors in die Leber. Die häufigsten Lebermetastasen sind Tochtergeschwülste des Dickdarm- und Mastdarmkrebses, der Lunge sowie der Brustdrüse.

Diagnose des Leberkrebses
Häufig wird ein suspekter Lebertumor mit einem hochauflösenden Ultraschall entdeckt. Die Aussagekraft des Ultraschalls kann durch den Einsatz von Kontrastmittel in manchen Befundlagen verbessert werden. Neue hochtechnologische Verfahren, wie die Computertomographie sowie die hochauflösende Kernspintomographie kommen in der weiteren Abklärung eines Leberkrebses zum Einsatz. Mit dieser bildgebenden Diagnostik können sowohl primäre Lebertumore wie das Karzinom als auch Lebermetastasen beurteilt werden. In Einzelfällen kann eine Computertomographisch- oder Ultraschall- gezielte Punktion näheren Aufschluss über die Art des Leberkrebses erbringen. Spezielle Blutwerte werden bei dem Verdacht auf Leberkrebs zusätzlich Aufschluss über die genaue Diagnose geben.

Therapie des Leberkrebses und der Lebermetastasen
In Abhängigkeit von Größe, Anzahl und Lokalisation des Leberkrebses bzw. der Lebermetastasen wird ein individuelles Therapiekonzept an der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg erarbeitet.

Eine operative Sanierung und komplette Entfernung des Karzinoms oder der Metastase wird angestrebt. Viele dieser Eingriffe können an unserer Abteilung durch eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) durchgeführt werden. Bei gleicher Qualität ist der Eingriff weniger belastend und der Patient erlangt seine körperliche Fitness deutlich früher wieder, auch kann eine weitere notwendige Therapie früher wieder erfolgen.

Falls ein ausgeprägter Befall vorliegt kann bei gesunder Leberfunktion bis zu 75% der Leber operativ entfernt werden und die Leber bildet sich dann innerhalb von sechs bis zwölf Wochen nach. Nach einer erfolgreichen Entfernung des Tumors wird meist eine Chemotherapie angeschlossen.

Sollte eine Operation nicht möglich sein stehen in der Universitätsklinikum Salzburg hochtechnologische Zusatztherapien zur Verfügung. Ein etabliertes, modernes Verfahren ist hier die Radiofrequenzablation, bei der der Tumor durch extreme Hitze eingedämmt und abgetötet wird.

Eine innovative und höchst aktuelle Behandlungsmethode stellt das NanoKnife oder auch Irreversible Elektroporation (IRE) genannt dar. Hierbei werden zwischen zwei und sechs Nadeln um den Lebertumor platziert und anschließend ein elektrisches Feld erzeugt. Dieses ist mehrere tausend Volt stark und führt zu einer Schädigung der Zellmembran und zu einem Absterben der Krebszellen. Das umliegende gesunde Gewebe wird geschont und besonders schwer erreichbare Stellen oder empfindliche Regionen können behandelt werden. Stereotaktische Bestrahlungen des Leberkrebses können wenn nötig ebenfalls erfolgen. Daneben besteht die Möglichkeit Lebertumore durch Embolisationsverfahren zu zerstören. Blutgefäße, die den Tumor mit Nährstoffen versorgen werden hierbei durch spezielle Substanzen verschlossen, sodass es zu einem Absterben des entsprechenden Leberareals kommt.

Aufgrund der verschiedenen Therapiemöglichkeiten bei Leberkrebs und Lebermetastasen ist eine enge Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen der Universitätsklinik Salzburg essenziell, um ein individualisiertes Therapiekonzept zu erstellen. Oft kann nur die Kombination aus chirurgischer Resektion und Zusatztherapien die gewünschten Behandlungserfolge erzielen. Die interdisziplinären Besprechungen im sogenannten „Tumorboard“ garantieren dafür die bestmögliche und schonendste Therapie.

Früherkennung und Vorsorge
Der übermäßige Konsum von Alkohol schädigt die Leber und führt zu einer Leberzellverfettung und einem zirrhotischen Umbau. Die Leberzirrhose bezeichnet eine irreversible Schädigung des Lebergewebes und führt oft zu der Entstehung eines Leberkrebses, wohingegen eine ausgewogene, vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung die Entstehung eines Leberkrebses verringern kann. Neben regelmäßigen Gesundenuntersuchungen kann auch eine Selbstbeobachtung bzw. die Wahrnehmung erster Symptome eine rasche Diagnose ermöglichen.

Lungenkrebs

LUNGENKREBS

Zu den weltweit und auch in Österreich häufigsten Todesursachen zählen Krebserkrankungen der Lunge (Bronchialkarzinom). Bekanntester, wichtigster und am besten beeinflussbarer Risikofaktor ist das Rauchen. An den Folgen des Rauchens sterben jährlich Schätzungen zufolge 6 Millionen Menschen weltweit, das sind etwa 16.000 Patienten pro Tag. In Österreich erliegen jährlich etwa 4.000 Menschen den Folgen des Bronchialkarzinoms, das je nach dem mikroskopischem Erscheinungsbild orientierend in 2 Hauptgruppen mit zahlreichen weiteren Unterteilungen gegliedert werden kann: Das Adenokarzinom, dessen exakte Ursache bis dato nicht letztlich geklärt ist und das bevorzugt das weibliche Geschlecht betrifft- und das bei Männern häufigere Plattenepithelkarzinom der Lunge.

Daneben können sich auch in der Lunge bösartige Absiedelungen und Tochtergeschwulste, sogenannte Metastasen, finden. Diese gehen auch von anderen Tumorerkrankungen des Körpers, wie beispielsweise dem Dickdarmkrebs, dem Brust- oder auch dem Prostatakarzinom aus. Sie können bereits bei Erstdiagnosestellung als synchrone Absiedelungen vorliegen, oder erst im weiteren Verlauf der Therapie als metachrone Metastasen auftreten.

Zu den seltenen, die Atmungsorgane betreffenden Tumorformen gehört das meist sehr bösartige Pleuramesotheliom. Es betrifft das Lungen- und Rippenfell und kann in vielen Fällen mit lange zurückliegendem, oftmals beruflichem Asbest-Kontakt in Zusammenhang gebracht werden.

Anzeichen und Symptome
Viele, vor allem frühe Anzeichen einer Lungenkrebserkrankung sind unspezifisch. Typisch findet sich trockener oder schleimfördernder Reizhusten über mehr als 3 Wochen, oder eine vermeintliche chronische Bronchitis. Bluthusten, Atemnebengeräusche, Heiserkeit und Luftnot sind weitere Alarmsignale und können auf fortgeschrittene, oder die zentralen Atemwege betreffende Tumore hinweisen. Auch ausgeprägter Nachtschweiß, Fieber unklarer Ursache und ungewollter Gewichtsverlust, zusammengefasst als B-Symptome, können typische Lungenkrebs Symptome sein.

Vorbeugung und Vermeidung
Neben dem Vermeiden von aktivem und passivem Rauchen kommt auch der ausgewogenen, bewussten Ernährung und der regelmäßigen körperlichen Betätigung, bei uns am besten im Freien, hoher Stellenwert zu. Bei ersten Anzeichen einer Lungenerkrankung ist eine umgehende Abklärung der Beschwerden durch klinisch erfahrene und wissenschaftlich engagierte Spezialisten äußerst wichtig, um im Ernstfall eine oftmals dauerhafte Heilung der Erkrankung im Frühstadium erzielen zu können.

Abklärung und Diagnose
Neben der klinischen Untersuchung und dem persönlichen Gespräch mit unseren Patienten greifen wir an der Universitätsklinik für Chirurgie am Landeskrankenhaus Salzburg zu modernsten radiologischen Verfahren, insbesondere zu hochauflösender Computertomographie (CT) und zu PET-CT Untersuchungen, wobei ein Positronen Emissions Tomogramm durch Radionuklideinsatz erstellt und mit CT Bildern kombiniert wird. Zusätzlich können im Rahmen einer Bronchoskopie (s.o.) Gewebeproben entnommen, oder Atemwege direkt inspiziert oder behandelt werden.

Therapie und Heilung
Heilung eines Lungenkrebsleidens kann derzeit nur durch die operative Entfernung des Tumors erzielt werden. Auch die Entfernung von Metastasen ist in vielen Fällen medizinisch sinnvoll und wird je nach Lokalisation der Absiedlung ebenfalls minimal invasiv, oder besonders Lungengewebe sparend mittels offener Laserresektion durchgeführt. Bei großen Geschwulsten können die Heilungschancen für Patienten durch den Einsatz von Medikamenten im Rahmen einer Chemotherapie, je nach Befund auch in Kombination mit einer Strahlenbehandlung als Radiochemotherapie, verbessert werden.

Bei operativ nicht mehr kurierbaren Tumorstadien kann das Voranschreiten der Erkrankung durch Bestrahlung und Chemotherapie oftmals verlangsamt werden. Eine Heilung ist für die Betroffenen in der Regel nicht möglich. Durch unterstützende, palliative Maßnahmen können aber einschränkende Begleiterscheinungen wie Atemnot durch Luftröhreneinengungen oder Rippenfellergüsse oftmals chirurgisch behandelt werden, um die Lebensqualität der Erkrankten zu verbessern.

Der Behandlungspfad wird immer im interdisziplinären Tumorboard unseres Krankenhauses festgelegt: Gemeinsam mit internistischen Onkologen, Radiologen und dem Ärzteteam der Strahlenmedizin wird dabei für jeden einzelnen unserer Patienten der jeweils bestmögliche, individuelle Therapieplan erarbeitet.

Magenkrebs

MAGENKREBS

Der Magenkrebs ist eine bösartige Erkrankung des oberen Verdauungstraktes und geht meist von den magensaftbildenden Drüsenzellen aus. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Adenokarzinom des Magens. Seltener gibt es auch Varianten des Magenkrebses bei dem Zellen von Muskel- oder Bindegewebe (Sarkome bzw. GIST – Tumore), oder lymphatische Zellen (Lymphom) betroffen sein können.

Das Magenkarzinom ist mit verschiedenen Risikofaktoren vergesellschaftet. Dazu zählen in erster Linie Alkohol- und Nikotinabusus (Rauchen), sowie der Konsum von gesalzenen und geräucherten Speisen. Ebenso gehören vorangegangene Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritis), Magengeschwüre (Ulcus ventriculi), der Riesenfaltenmagen (Morbus Ménétriere) oder Magenvoroperationen zu den Risikofaktoren, die zur Enstehung eines bösartigen Magentumors führen können. Speziell ab dem 50. Lebensjahr sollten Patienten das Auftreten von Magenbeschwerden nicht ignorieren und einen Spezialisten zur weiteren Abklärung und gegebenfalls Therapie kontaktieren.

Symptome bei Magenkrebs
Die Symptome des Magenkrebses (Magenkarzinoms) sind oft sehr unspezifisch. Sie können sich in Form von Magenschmerzen und Schmerzen im Oberbauch, Schluckstörungen, Appetitlosigkeit oder auch Nachtschweiß bemerkbar machen. Ein weiteres Frühsymptom kann der Teerstuhl (Meläna) sein. Hier tritt bedingt durch verdaute Blutbestandteile eine Schwarzfärbung des Stuhls auf, die einer weiteren Abklärung durch einen Arzt bedarf. Auch das Auftreten von häufigem Sodbrennen sollte von Patienten nicht ignoriert werden, da es bei langem Bestehen zur Entstehung eines Magenkrebses am Übergang zwischen Magen und Speiseröhre kommen kann. Hier sollte ebenfalls ein Spezialist kontaktiert werden, um die Ursache des Sodbrennens ausfindig zu machen und behandeln zu können

Diagnostik bei Magenkrebs
Eines der wichtigsten Tools in der Diagnosestellung beim Magenkrebs ist die Magenspiegelung (Gastroskopie). Im Zuge dieser Untersuchung kann wenn notwendig eine Gewebeprobe entnommen werden, um eine gut- oder bösartige Magenerkrankung gegebenfalls diagnostizieren oder ausschließen zu können. Des Weiteren wird die Diagnostik in der Regel durch eine spezielle Ultraschalluntersuchung der Magenwand (von innen) im Zuge einer Magenspiegelung (Endosonographie) sowie die Durchführung einer Computertomographie der Bauch- und Brusthöhle ergänzt. Komplettiert wird die Diagnosestellung häufig auch durch die Durchführung einer PET – Computertomographie. Tumormaker im Blut werden in weiterer Folge sehr häufig zur Verlaufskontrolle nach erfolgter Therapie eingesetzt.

Therapie bei Magenkrebs
Wird ein Magenkrebs diagnostiziert, ist für die weitere Therapie die Ausdehnung entscheidend. Sofern keine Tochtergeschwulste (Metastasen) in anderen Organen vorliegen, ist die Entfernung des Magens (die so. Gastrektomie) das Mittel der Wahl. Nach weltweiten Standards ist je nach Ausdehnung der Erkrankung, in der Regel vor und nach der Operation eine weitere Behandlung mittels Chemotherapie, oder auch Radiochemotherapie (Strahlentherapie  + Chemotherapie) notwendig. Bei Patienten in hohem Alter, für die eine Operation zu belastend wäre kann, sofern es sich um ein Magenfrühkarzinom handelt, eine für den Patienten schonende Therapie mittels endoskopischer Mukosaresektion (EMR) durchgeführt werden. Hierbei werden bei kleinen, oberflächlich gelegenen Tumoren im Magen, diese mittels einer Schlinge elektrisch abgetragen und der Magen kann erhalten werden.

Grundsätzlich wäre zu sagen, dass am Magen operierte Patienten, egal welche Art der Operation erfolgt ist, alle Speisen und Getränke wieder zu sich nehmen können. Es sind jedoch in der Regel häufigere und kleinere Portionen nötig. Diese Therapieentscheidungen werden an der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg gemeinsam mit Spezialisten anderer Fachgruppen im sogenannten Tumorboard getroffen, um eine optimale Behandlung der Patienten zu gewährleisten.

Vorsorge und Früherkennung bei Magenkrebs
Als vorbeugende Maßnahmen dienen vor allem das Meiden von Noxen (Alkohol und Rauchen), sowie auch fett- und zuckerreduzierte, vitamenreiche, ausgewogene Ernährung. Ausreichende Bewegung ist ebenfalls ein begünstigender Faktor, um generell Erkrankungen vorzubeugen. Sollte es in der Familie eine familiäre Belastung hinsichtlich des Auftretens von Magenkrebs geben, kann an der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg eine umfassende Beratung stattfinden, um sich informieren zu lassen.

Als Frühsymptome gelten vor allem ein unspezifischer anhaltender Oberbauchschmerz sowie der sogenannte Teerstuhl. Hier sollte die Durchführung einer Gastroskopie erfolgen, um im Zuge der Früherkennung bei Bedarf schnellst möglich handeln zu können.

Schilddrüsenerkrankungen

SCHILDDRÜSENERKRANKUNGEN

Die Schilddrüse ist ein Hormon produzierendes Organ von großer Bedeutung. Die Schilddrüsenhormone beeinflussen den Stoffwechsel- und Funktionszustand fast aller Organe. Bildet die Schilddrüse zu viel oder zu wenig Hormone, dann wird unser Körper schwer in Mitleidenschaft gezogen. Bei den Schilddrüsenerkrankungen unterscheiden wir zwischen der Störung des Organs, wie z.B. einer diffusen Vergrößerung oder Knotenbildung, oder einer Störung der Funktionslage mit vermehrter oder verminderter Bildung von Schilddrüsenhormonen.

Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom)
Als Schilddrüsenkrebs wird ein bösartiger, von den Zellen der Schilddrüsen ausgehender, Tumor bezeichnet. Jährlich erkranken im deutschsprachigen Raum ca. 8 von 100.000 Menschen an Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom). Das entspricht etwa 1 % aller Krebserkrankungen. Frauen erkranken 2-3 mal häufiger als  Männer. Ein Schilddrüsenkarzinom kann in jedem Alter auftreten, am häufigsten entsteht es allerdings zwischen dem 30. Und dem 60. Lebensjahr. Aufgrund von Vorsorgeuntersuchungen und ausgezeichneten Therapiemöglichkeiten kann diese Form von Krebs gut behandelt werden sofern die Erkrankung rechtzeitig erkannt wird. Häufig tritt auch eine langfristige Heilung nach einer Therapie ein.

Genaue Ursachen für das Auftreten eines Schilddrüsenkarzinoms sind nicht bekannt. Ein Zusammenhang mit Röntgen- und radioaktiver Strahlung wird aufgrund des massiven Anstiegs an Schilddrüsenkrebs in Österreich nach der Tschernobyl-Katastrophe vermutet.

Welche Formen von Schilddrüsenkrebs gibt es?
Die Unterscheidung der verschiedenen Formen von Schilddrüsenkrebs aufgrund der feingeweblichen (histologischen) Merkmale ist für die Wahl der geeigneten Terapie und für den weiteren Verlauf sehr bedeutend. Zu 90 % der Fälle handelt es sich um differenzierte Karzinome was bedeutet, dass die Tumorzellen in ihrer Struktur dem normalen Schilddrüsengewebe weitgehend ähneln.

Grundsätzlich wird Schilddrüsenkrebs in drei Arten unterteilt:
1)    Differenzierte Schilddrüsenkarzinome
2)    Anaplastische (entdifferenzierte) Schilddrüsenkarzinome
3)    Medulläre Schilddrüsenkarzinome

Die häufigste Form von Schilddrüsenkrebs sind die differenzierten Schilddrüsenkarzinome mit den Unterarten papillär und follikulär. Diese Formen sind die am besten Behandelbaren. Mit der geeigneten Therapie werden langfristige Heilungsraten von bis zu 80 % erreicht. Beim follikulären Karzinom handelt es sich häufig um einen einzelnen Knoten, der in der Schilddrüse sitzt. Follikuläre Karzinome treten vor allem um das 50. Lebensjahr auf und metastasieren zuerst auf dem Blutweg und bilden danach bevorzugt in Lunge und Knochen Tochtergeschwülste (Metastasen).

Ein papilläres Karzinom metastasiert zunächst in die Lymphknoten. Bei dieser Krebsform finden sich häufig mehrere Tumorherde in einem oder beiden Schilddrüsenlappen. Die Betroffenen sind meist zwischen 30 und 50 Jahre alt. Anaplastische oder auch entdifferenzierte Karzinome treten überwiegend im höheren Alter auf. Die Krebszellen ähneln bei dieser Form den Zellen der gesunden Schilddrüse kaum noch. Diese Tumorart ist äußerst bösartig, wächst invasiv in das umliegende Gewebe ein und hat meist zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Fernmetastasen gebildet (meist in Leber, Lunge, Knochen und Gehirn). Die anaplastischen Karzinome sind mit einer Häufigkeit von ca. 5 % sehr selten. Selbiges gilt für die medullären Karzinome. Diese Form geht von den Calcitonin produzierenden C-Zellen aus, die über die gesamte Schilddrüse verteilt sind. Calcitonin ist ein Hormon, das den Kalzium- und Phosphathaushalt steuert. Medulläre Schilddrüsenkarzinome metastasieren meist bereits frühzeitig in die Lymphknoten und bilden über den Blutweg auch Metastasen in anderen Organen, vor allem der Leber, Knochen und Lunge.

Symptome
Die Symptome von Schilddrüsenkrebs sind gerade zu Beginn der Erkrankung unspezifisch. Erst mit zunehmender Größe macht sich der Tumor in Form von Knotenbildung bemerkbar. Die Schilddrüse kann dabei entweder vergrößert sein (Kropf oder Struma) oder normalgroß bleiben. Zu den weiteren möglichen Beschwerden gehören unter anderem ein Druckgefühl im Halsbereich, Schluckbeschwerden, Hustenreiz, Luftnot oder Heiserkeit (als Ausdruck einer Stimmbandnervenlähmung). Zu beachten ist, dass all diese Beschwerden auch ganz andere, harmlosere Ursachen haben können. Wenn die genannten Symptome auftreten, sollte unbedingt ein Spezialist aufgesucht werden, um ein Schilddrüsenkarzinom sicher ausschließen zu können.

Diagnose
Eine intensive klinische Untersuchung, in der die Halsregion des Patienten auf Knoten und Lymphknotenschwellungen abgetastet wird, ist in der Diagnostik des Schilddrüsenkrebses von großer Wichtigkeit. Die Problematik in der Diagnostik besteht in der Unterscheidung eines Karzinoms von gutartigen Veränderungen. Durch eine Ultraschalluntersuchung des Halses (Sonographie), verschiedene Bluttests, die Durchführung einer Schilddrüsen-Szintigraphie oder einer Biopsie kann abgeklärt werden, ob es sich um einen Tumor (Schilddrüsenkarzinom) oder um einen gutartigen Knoten handelt. Eine Feinnadelpunktion mit histologischer Untersuchung des Punktats kann im Rahmen der Sonographie bei Bedarf durchgeführt werden. Bei einer geplanten Operation  im Zentrum für Schilddrüsenerkrankungen an der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg ist präoperativ eine Laryngoskopie (Kehlkopfspiegelung) notwendig.

Therapie
Die Behandlung eines Schilddrüsenkarzinoms hängt maßgeblich von der Art des Tumors und dessen Ausbreitung ab. Die Planung der Therapie und Nachsorge sind in diesem Fall besonders wichtig. Im Mittelpunkt jeder Behandlungsmaßnahme steht die operative Entfernung der gesamten Schilddrüse (Thyreoidektomie), wenn notwendig unter Mitnahme der Halslymphknoten (Neck-Dissektion). Wenn der Tumor noch klein ist muss nur der betroffene Schilddrüsenlappen entfernt werden, was äußerst selten der Fall ist. Sollte sich der Tumor bereits in die benachbarten Strukturen wie Speiseröhre oder Luftröhre ausgebreitet haben, müssen auch diese Strukturen weitest möglich entfernt werden. Meist ist eine Lymphknotendissektion, also eine Entfernung der Lymphknoten, die die Schilddrüse umgeben, notwendig, um komplette Tumorfreiheit gewährleisten zu können. Nach der Operation ist in weiterer Folge je nach Art des Tumors eine Radiojodtherapie, selten auch eine Chemotherapie oder postoperative Strahlentherapie notwendig. Mit Hilfe dieser Therapie können eventuell verbliebene Tumorzellen zerstört und ein Rezidiv vermieden werden. Im Rahmen dieser Radiojodtherapie (Ablation) kann es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) kommen. Hierbei produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone und setzt den Stoffwechsel herab.

Eine Schilddrüsenoperation zählt zu den sehr häufig durchgeführten, standardisierten Operationen mit geringem Komplikationsrisiko. Je 1 % der Komplikationen stellen Heiserkeit, Wundinfektion und Nachblutungen dar, der Kalziummangel in ca.  4%. Postoperativ muss sich der Patient einer lebenslangen Hormontherapie unterziehen, in der dem Körper die fehlenden Schilddrüsenhormone zugeführt werden.

Vorbeugung
Chronischer Jodmangel in der täglichen Nahrung und dem Trinkwasser kann zu Schilddrüsenerkrankungen führen, weshalb eine ausreichende Versorgung mit Jod für die Funktion der Schilddrüse unerlässlich ist. Eine Zugabe von Jod in Nahrung oder Trinkwasser kann die Knotenentstehung vorbeugen, beispielsweise durch das Würzen von Speisen mit jodiertem Salz oder regelmäßigem Essen von Fisch. Meeresfische sind in Europa die Nahrungsmittel mit dem höchsten Jodgehalt. Nach Absprache mit einem Spezialisten ist auch die zusätzliche Einnahme von Jodtabletten empfehlenswert. Eine ausreichende Jodversorgung von 150 bis 200 Mikrogramm pro Tag ist zu empfehlen. Sollten Sie einen Knoten mit anhaltenden Schluckbeschwerden oder Atemnot und Heiserkeit verspüren, sollte umgehend ein Spezialist aufgesucht werden. Je früher die Diagnose für die Beschwerden erfolgt desto eher kann der Schilddrüsenkrebs therapiert werden. Bei Früherkennung kann eventuell sogar eine Operation vermieden werden.

Speisenröhrenkrebs

SPEISERÖHRENKREBS (ÖSOPHAGUSKARZINOM)

Der Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) ist ein bösartiger Tumor, der meist von der Schleimhaut der Speiseröhre ausgeht. In der Regel unterscheidet man hier 3 verschiedene Krebsarten. Die beiden häufigsten sind das Plattenepithelkarzinom, welches eher im oberen Drittel der Speiseröhre lokalisiert ist und das Adenokarzinom (AEG) des ösophagogastralen Übergangs. Als Risikofaktoren für das Auftreten von Plattenepithelkarzinomen gelten vor allem Alkohol und Rauchen. Das Adenokarzinom ensteht häufig durch Sodbrennen ausgelöste  Gewebsveränderungen des Übergangs zwischen Speiseröhre und Magen. Hier handelt es sich um die sogenannte Barrett – Schleimhaut, welche als Krebsvorstufe (Präkanzerose) einer weiteren Abklärung und gegebenfalls Therapie durch einen Spezialisten bedarf. Zusätzlich gibt es auch gastrointestinale Stromatumore (GIST – Tumore) der Speiseröhre, die je nach Ausdehnung einer operativen oder medikamentösen Therapie bedürfen.

Symptome bei Speiseröhrenkrebs
Die typischen Symptome sind Schluckbeschwerden (Dyphagie) und das sogenannte Globusgefühl („Kloß im Hals“).  Daneben kann es auch zum Auftreten von Husten, Heiserkeit, Ekel vor Fleisch, Nachtschweiß und Appetitlosigkeit kommen. Generell ist es ratsam etwaige Beschwerden zeitnahe abklären zu lassen, da besonders Speiseröhrenkarzinome dazu neigen relativ schnell Tochtergeschwulste (Metastasen) zu bilden und es gilt dies zu vehindern.

Diagnostik bei Speiseröhrenkrebs
Eines der wichtigsten Tools in der Diagnostik einer Speiseröhrenerkrankung ist die Magenspiegelung (Gastroskopie). Im Zuge dessen kann mit Hilfe einer Mikrozange eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden, welche im Anschluss auf ihre Gut – oder Bösartigkeit untersucht wird. Ergänzend wird normalerweise eine spezielle Ultraschalluntersuchung endoskopisch („von innen“) durchgeführt, um die Speiseröhrenwand noch genauer beurteilen zu können. Hier handelt es sich um die sogenannte Endosonographie.

Zur Komplettierung dient in der Regel eine Computertomographie der Bauch- und Brusthöhle und gegebenfalls auch  eine PET – CT – Untersuchung (Positronen-Emissions-Tomographie), um eine adäquate Abklärung zu gewährleisten. Spezielle Tumormarker im Blut werden in weiterer Folge häufig zur Verlaufskontrolle nach erfolgter Therapie herangezogen.

Therapie bei Speiseröhrenkrebs
Nach der Diagnosestellung ist in weiterer Folge vor allem die Ausdehnung des Tumors entscheidend. Sofern keine Tochtergeschwulste (Metastasen) vorliegen, ist die Operation die Therapie der Wahl. Hier wird in der Regel ein Teil, oder auch die ganze Speiseröhre inklusive des bösartigen Tumors entfernt und der verbliebene Rest, teilweise auch durch Interponate ( z.B. körpereigene Darmteilstücke), direkt mit dem Magen verbunden. Somit kann der Patient danach wieder normal Essen und Trinken, wenn die Nahrung in kleinere Portionen aufgeteilt wird.

Diese operative Therapie wird ergänzt durch eine Chemotherapie, oder auch Radiochemotherapie (Bestrahlung und Chemotherapie). Je nach Notwendigkeit werden diese Therapien vor und/oder nach der Operation durchgeführt. Kann bei dem Patienten aufgrund des Allgemeinzustandes und der vorliegenden Tochtergeschwulste (Metastasen) keine Operation erfolgen, ist auch eine alleinige Chemo- oder Radiochemotherapie eine Option, ergänzt durch eine endoskopische Therapie (Stenteinlage etc.) um die weitere Nahrungspassage zu gewährleisten.

Diese Therapieentscheidungen werden an der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg gemeinsam mit Spezialisten anderer Fachgruppen im sogenannten Tumorboard getroffen, um eine optimale Behandlung der Patienten zu gewährleisten.

Vorsorge und Früherkennung bei Speiseröhrenkrebs
Ausreichende Bewegung, Meidung von schädlichen Noxen (Alkohol und Rauchen), sowie eine ausgewogene, vitaminreiche, fett- und zuckerreduzierte Ernährung sind die Schlüssel in der Vorbeugung des Speiseröhrenkrebses. Bei anhaltenden Schluckbeschwerden und Bolusgefühl, aber auch bei starkem Sodbrennen sollte auf jeden Fall eine zeitnahe Abklärung durch einen Spezialisten erfolgen. Die Chancen für einen adäquaten Heilungsprozess stehen günstiger, je früher eine Diagnosestellung und Therapie erfolgt.